Es gibt Games, von denen weiß man schon im Voraus, dass sie nichts werden oder bestenfalls durchschnittliche Vertreter ihres Genres. Vor allem im Bereich Shooter kann man das sehr gut absehen, schließlich mangelt’s hier wirklich nicht an Titeln, die für einen Vergleich herangezogen werden können. Meist trifft man also, gelegentlich liegt man ein wenig daneben und manchmal ist der Titel sogar noch schlechter, als man angenommen hatte. “Terminator: Salvation” ist so ein Fall geworden.
Zunächst mal hat das ganz interessant ausgeschaut, dann kam die Preview-Version und im Ko-Op war zumindest hier und da ein wenig Spass da. Dann die Reviews: Sieht nach Totalausfall aus, Metascore von grade mal 49. Das kann dennoch für Fans interessant sein und als solcher überlegt man dann hin und her. Und weil’s im hiesigen Gamesladen Rabatt gibt, wenn man denen zwei alte 360-Titel mitbringt, wird die lange nötige Ausmistung des Spiele-Regals mal angegangen. Zum Opfer fallen “Der Pate 2″ und “Perfect Dark Zero” - beide bis heute nicht richtig an- oder durchgespielt. Macht 30 Euro für “Salvation”. Sollte alles so daneben gehen, wie es nun passiert ist, bekommt man das locker für 25 wieder los und macht damit quasi keinen Verlust.
Nach den ersten Minuten mit “Salvation” ist eigentlich alles in Ordnung: Die Steuerung haben “GoW”-Veteranen mehr oder weniger in Sekundenbruchteilen verinnerlicht. Auch sonst erinnert einiges an das Epic-Meisterwerk. Der arg gescriptete Ablauf schaut so aus: Rumlaufen, zu einem Gebiet kommen, in dem verschiedene Deckungsmöglichkeiten vorhanden sind und damit schon wissen, dass es nun zum Kampf kommt. Danach weiterlaufen, Level fertig, 80GS bekommen. Was? Korrekt, insgesamt gibt’s genau 11 Achievements, die 1000 Punkte bringen. Sehr schön, da freut sich das Punktekonto, “Avatar” und “King Kong” lassen grüssen.
Die Fights selbst sind kaum der Erwähnung wert: Dumme Gegner die herumstehen und die Spielfigur unter Dauerfeuer nehmen, that’s it. Meist gibt’s Hitpoints, die getroffen werden müssen, dann liegen die auch ganz schnell am Boden. Variation ist ebenfalls nicht vorhanden, die Anzahl verschiedener Gegner beläuft sich auf nicht mal zehn. Einzig die ersten Begegnungen mit den T-600 sorgen für ein wenig Gänsehaut, aber wenn man da lange genug reinballert, fallen auch die einfach um. Sehr schön, da hat jemand viel Ahnung vom Terminator-Universum.
Auch hinsichtlich der mehr als dünnen Story. Die so aussieht: John Connor (vom Spieler übernommen) läuft mit seinem Team rum, bekommt einen Notruf aus einer Skynet-Zentrale und entschließt sich gegen den Widerstand der Kollegen, die Leute dort rauszuholen. Das ist alles, Spiel vorbei. Keine Twists, Entscheidungsmöglichkeiten, stattdessen sture Linearität.
Selbst das ginge noch in Ordnung (ist schließlich von “Bioshock” bis “CoD 4″ ähnlich), aber das Spiel fühlt sich einfach nicht gut an. Das Zielsystem wirkt lahm, das interessant angedachte Deckungssystem entpuppt sich als völlig unnötig, da bloße Gewalt auch reicht. Die Settings dagegen haben hier und da ihre guten Momente, wo man auch mal stehenbleibt, sich die Gegend ein wenig anschaut - und dann feststellt, dass es einfach nichts mit dem postapokalyptischen Los Angeles gemein hat, dass man aus den Filmen und der TV-Serie kennt.
Fazit: Das alles summiert sich langsam aber sicher zu nem Berg Scheisse. Was dem Game jedoch das Genick bricht, ist die Spielzeit: Vier Stunden und der Abspann flimmert über den Schirm? Fuck you! “Gears of War” (das hier einfach permanent als Vergleich herhalten muss, schließlich haben sich die Entwickler schon arg davon inspirieren lassen, um nicht von dreist kopiert zu sprechen) war auch in einer Nacht zu packen, ja. Aber: Es war abwechslungsreich, treibend, intensiv und von der ersten bis zur letzten Sekunde ein Game für Nextgen-Konsolen wie die 360. Da hatte sich jemand Mühe gemacht, etwas größeres und besseres zu schaffen als die Konkurrenz. Hier jedoch tendiert der Wiederspielt nicht nur gegen Null, er legt dank fehlendem Multiplayer und anderen Spiel-Varianten ne Punktlandung auf der Müllhalde hin. “Salvation” musste ganz offensichtlich zum Filmstart fertig werden, weil die Kasse klingeln sollte. Tut sie auch, nächste Woche, wenn ich den Crap wieder zurückbringe. Immerhin steht man dem Scheissfilm in keinster Weise nach: “Terminator: Salvation” ist mit großem Abstand das schlechteste Game, das bislang im Laufwerk meiner 360 gelegen hat.