Posts Tagged: Games


19
08 2009

Gamescom, Tag 1

Siebeneinhalb Stunden erholsamer Schlaf. Eine lauwarme Dusche. Zähneputzen, neues Shirt suchen, Frühstück. Die typische Hotel-Mische a la B. schaut so aus: Bacon mit Rührei, dazu zwei Mini-Croissants. O-Saft und Kaffee. Runde zwei besteht dann aus Müsli. Das reicht für einige Stunden. Kaffee nachladen is nicht, denn das Zeug schmeckt barbarisch. Außerdem schon zehn vor acht und wir müssen recht zügig los, Messestress beginnt eben schon im Hotel, alles wie immer.

Da die hiesige Verkehrslage ein wenig chaotisch ist, greifen wir auf den öffentlichen Nahverkehr zurück. Der braucht etwas mehr als 30 Minuten von Junkersdorf (westliches Ende von Köln) bis zur Messe (östliche Seite vom Rhein). Die Temperaturen sind schon unerträglich bevor wir in die Messehallen laufen. Das wird ein langer Tag. Und die Messe sieht schon vom Bahnhof Deutz aus riesig aus.

Dank Aussteller-Ticket müssen wir nicht warten, bis die um 9 Uhr ihre Tore für die ganzen Pressemenschen öffnen. Schon nach wenigen hundert Metern steht fest, dass die Füße leiden werden: Lange Gänge, mal Treppauf, Rolltreppab, von der Architektur her definitiv chaotischer als Leipzig. Hach, war das simpel da: Mittelgang, zu beiden Seiten drei Hallen und sonst nix. Aber hier: Kreuz und quer und oben und unten. Erst mal zurechtfinden, die Stände der verschiedenen Publisher beglotzen und gegen halb 10 richtung Microsoft-PK schlendern. Trotz grade mal einem Kilogramm Gewicht merkt man so ein Netbook in der Tasche schon. Zumindest, wenn man es über längere Wegstrecken herumträgt. Das wird ein langer Tag für den Rücken.

Erwartungsgemäß ist bei MS einiges los. Also Eintrittskarte holen, herumstehen, warten, schwitzen. Von eiskalter Cola träumen die am Beckenrand eines pervers großen Pools steht, Blick aufs Meer, Bikinischönheiten die Fragen, ob’s noch ein bisschen weniger sein darf und mehr Geld als in eine Firmenflotte Q7 passt. Nun gut, man kann nicht alles haben und Peter Molyneux auf der Bühne entschädigt für einiges. Spätestens mit der Ankündigung von “Fable III”. Der Mann redet so empathisch von diesem Projekt, so voller Liebe und echtem Interesse, dass es schon beinahe befremdlich wirkt, hält man sich mal vor Augen, wie vielen arschleckenden PR-Journalisten man hier übern Weg läuft. Die Bande ist natürlich auch in großer Zahl vertreten. MacBook (bei genauem Hinsehen auf den Screen erblickt man in steter Regelmäßigkeit jedoch nicht OS X, sondern Windows XP), Blackberry (8900 oder Bold) oder iPhone, die volle Packung. Die sind nicht der Spiele wegen hier, sondern des Business wegen. Keine Leidenschaft mehr. Vermutlich wissen sie nicht mal, dass Call of Duty: Modern Warfare 2 ein Shooter ist. Aber darin unterscheiden sie sich von vielen Journalisten ja nicht mal. Das ist dann die Fraktion, die beim Visitenkartenaustausch auch gleich mal die Wertung bespricht, wofür’s dann auch noch einen Goodie-Bag gibt. Hach, eine herrliche Branche, immer noch. Zumindest wenn man der Sportart “Arschleckerbeobachten in freier Wildbahn” etwas abgewinnen kann.

Ich derweil schlendere nach der Microsoft-PK in Richtung Westeingang. Dort hat Sony einen Kran aufgebaut, und am Ende des Seils, das der Kran am Ausleger baumeln hat, hängt eine Plattform. Mit Stühlen und PSP go-Geräten, auf denen die Handheld-Umsetzung von Gran Turismo gespielt werden kann. In 50 Metern Höhe, denn dort hinauf zieht der Kran die Plattform. Mir gegenüber sitzt ein Privatfernseh-Mensch samt Kamerateam und spricht etwas wie “Spielen kann man in jeder Situation, egal wo”, was in Verbindung mit der Tatsache, dass er gerade weit oberhalb der Messe eine PSP go hält, wohl lustig sein soll. Lach. Well, ich schaue einfach nicht nach unten und vergesse für einige Minuten, dass Höhenangst schon immer ein Begleiter ist. Geht also. 20 Minuten später bewegt sich die Plattform wieder gen Erdboden und ich bin gottfroh drum, trotz Gran Turismo. Das sich übrigens ganz ordentlich spielt, außerdem mag ich, wie die PSP go in der Hand liegt. Kaufen werde ich dennoch keine, einfach nicht mein System.

Pause bis 14 Uhr. Erfolgloser Versuch, ein Mittagessen aufzutreiben. Erfolglos weil: Die Fressstände machen erst morgen auf. Richtig, nicht heute am Fachbesuchertag. Die Fachbesucher dürfen also im Business-Biergarten (ja, der heißt wirklich so) eine halbe Stunde für ne Worscht anstehen - Mittagshitze inklusive - oder sich für 3,90 Euro ein Sandwhich holen und dafür nur zehn Minuten im halbwegs Kühlen anstehen. Ich nehme zwei davon, mit Roastbeef, Rotkraut und Dijon-Senf. Schmeckt zwar ganz lecker, fühlt sich auf der Zunge aber seltsam gummiartig an. Dazu Wasser. Alles schon mal besser gewesen, damals, im Osten..

14 Uhr, Rockstar. Da ich ein stattliches NDA unterschrieben hab, gibt’s hier nix über Red Dead Redemption, GTA 4: Ballad of Gay Tony, Chinatown Wars für PSP und Beaterator zu lesen. Bald dann.

Namco-Bandai um 16 Uhr wird gepflegt gesteckt. Hatten neulich erst eine Preview zu “Tekken 6″, gut is für’s erste. Stattdessen Heimweg. Ach ja, vergessen: Zwischen all den Treffen wurden noch eifrigt Mails an die Kollegen in der Redaktion verfasst, Fotos hochgeladen und dies und jenes erledigt. Was man halt mal einfach so zwischendrin reindrückt, weils reingedrückt werden muss, ist ja sonst keine Zeit für nix und jeder nur am Hetzen. Alt werden ist was anderes.

Rückweg in einer gefühlt 100 Grad heißen Straßenbahn. Köln sieht zwar durchs Fenster aus wie eine Großstadt, ist aber dennoch so hässlich, dass selbst Darmstadt sich nicht davor zu verstecken braucht. Well, zwei Stationen vor dem Hotel noch ein Stop bei McDonalds. Essen, leckeres Fastfood-Fraß-Zeug. Passt ganz prima, nun fehlen nur noch zwei Cola-Gläser und ich hab alle sechs. Immerhin was geschafft heute. Und zwei Tüten mit Rockstar-Take-2-Goodies heimgeschleppt. Eine bekommt der Prakti, die andere wird aufgeteilt. Ich hab Schlaf-Shirts genug, da kommt’s auf eins mehr oder weniger nicht an. Und Wertungen für Games verkaufe ich eigentlich auch nicht so günstig, hüstel.

Etwa 17:15 Uhr im Hotel. Eiskalte Dusche. Abend planen. Telefonieren. Ein Bier in der Lobby und währenddessen diesen Beitrag schreiben. Was vergessen? Hm, erst mal nicht. Trotz allen Meckereien hier ist es ganz prima. Nur zu heiß, zu stressig und zu wenig Leipzig. Ernsthaft: Im Osten war’s nicer, übersichtlicher, billiger, erreichbarer, kühler und letztlich auch irgendwo liebgewonnener. Schwer abzusehen, ob Köln das packen wird.

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30
05 2009

38 to the 40 cal, A to the K

cod41

(”American Guns”, Transplants) Gut: Im Pseudobilligmarkt haben sie es endlich für einen bezahlbaren Preis: 37 Euro. Hat mich lange genug angekotzt, dass der Titel - obschon Ende 2007 erschienen - weiterin für 70 vertickt wird. Schön, es ist ein Top-Seller und zudem das beste Game der Serie, aber mittlerweile ist dann halt auch ein Nachfolger erschienen. Und eine “Game of the Year”-Edition. Aber man wartet ja gerne und geduldig. Und freut sich dann um so mehr, wenn’s dann endlich im heimischen Regal steht.

Besser: Es ist gut. Verdammt gut sogar. Atmosphärisch absolut dicht, mit einem guten Einstieg und einer fairen Benutzerführung. Da hat sich jemand sehr viel Mühe damit gegeben, dem Spieler erst mal alles zu erklären, bevor’s in die Schlacht geht. Die wiederum verläuft knackig, selbst auf mittlerem Schwierigkeit realisiere ich recht fix, dass schon länger kein FPS mehr das Laufwerk der 360 belegt hat. Also üben üben üben. Dafür gibt’s eine gut und vor allem glaubwürdig erzählte Story, nicht immer nur dieses “OMG, aliens plot to conquer the earth!!1″

Schlecht: Erst mal kein “Mega Man 9″. Damn. Muss mir da was überlegen, so kann das ja nicht gehen.

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25
05 2009

you must die, I alone am best

megaman9


(”I hope you die”, Bloodhound Gang)
Man muss das diszipliniert angehen. Ist schließlich eine Sportart. Allerdings keine, wo man nur einem Ball nachrennt oder ähnliche Trotteltätigkeiten ausübt, sondern neben Reaktionsgeschwindigkeit und Kreativität bisweilen auch noch ordentlich denken muss. Und ein ums andere Mal herb gefrustet wird. Da ist kein Team, das danach herkommt und sagt “Alter, ist doch nicht so schlimm.” Da muss man alleine durch. Gibt dann mehrere Möglichkeiten: Gamepad gegen die Wand schmeißen, Konsole gegen die Wand schmeißen, Gott verfluchen, das Game zum Teufel wünschen, die Liste ist lang. Nichts hilft. Außer, das Pad nochmal in die Hand nehmen und es nochmal zu versuchen. Nochmal und nochmal und nochmal. Das ist Scheitern, genau so schaut das aus. Grandioser Untergang.

Und mittendrin auf einmal eine neue Idee, die Sache anzugehen. Funktioniert. Damn it, Glücksgefühlüberschuss. Nächster Screen, neue Herausforderung. Sekunden später tot. Scheisse nochmal. Wie viele Leben noch? Zwei? Eins? Scheisse nochmal, “Das Spiel ist aus!”-Screens im Fünfminutentakt.

Ab sofort Trainingszeiten. Täglich. 45 Minuten oder so. Fit bleiben. Aufgeben ist nicht. Das muss nun als Krieg gesehen werden, ein Kampf gegen das Spiel, gegen dessen Leveldesigner, gegen die KI-Gegner, die Schwerkraft und zig andere Dinge. Vor allem gegen den inneren Schweinehund, der da immer wieder auf’s neue sticht und nagt, nach jeder Niederlage ein wenig mehr seine Freudentänze vollführt und sich am ansteigenden Aggressionslevel freut und freut. Vielleicht besiegt man das Spiel, wenn man den inneren Schweinehund besiegt hat. Gut, ist der halt als erster dran. Danach “Tornado Man”. Alles zu seiner Zeit.

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16
05 2009

played to win

megaman_9

Falsch gelegen und doch recht behalten: Genügend Übung, Reaktionsschnelle und eine nicht zu unterschätzende Portion Glück und auf dem Bildschirm tauchen derartige Screens auf. Das war das erste Level. Bleiben sieben. Und eine Boss-Stage. Schaffbar? Wird man sehen. Auf jeden Fall wird’s versucht. Drum geht’s schließlich.

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10
05 2009

Hundefleisch

fallout_3

Das war es dann also mit “Fallout 3″. Über sechs Monate hinweg hat’s immer wieder begeistert und für Motivation gesorgt. Nun ist auch der Abspann von “Broken Steel” übern Schrim geflimmert und damit das dritte Add-On erledigt. Ging schneller als gedacht, war aber - trotz neuem Max-Level von 30 und deutlich besser ausgestatteren Gegnern - nicht wirklich schwierig. Kein Großartiges Fazit also, schließlich bleibt es das gleiche, schöne Spiel, das es schon im November des letzten Jahres war. Das Szenario vermag immer noch zu begeistern und letztlich hat es sich als ganz ordentliches Spiel bewährt und eben nicht der befürchtete Ausverkauf vor den beiden grandiosen Vorgängern. Schön zum Schluss: Auf einem Streifzug durchs Ödland einen Schrottplatz entdeckt und dort dann doch noch Dogmeat gefunden. Hatte mich schon gefragt, wo der eigentlich steckt.

Was mich persönlich überrascht hat: Ich bin wohl erstaunlich zugänglich für Bezahl-Downloads geworden. Seit die Kreditkartendaten bei Xbox Live hinterlegt sind, ist das auch wirklich kein Ding. Einman auf “Kaufen” gedrückt, Punkte geladen, wenige Minuten später am zocken. Praktisch vor allem, wenn man mal was für Zwischendurch will - und ja, auch die viel geliebte Hardcoregamer-Gemeinde ist empfänglich für Gelegenheits-Spielchen (eine sehr schöne Debatte darüber findet sich hier). Letztlich wohl vor allem für den Publisher und Entwickler selbst eine ganz bequeme (und lukrative) Zusatzeinnahme: Die Add-Ons sind ohnehin eingeplant und liegen vermutlich zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Hauptspiels mindestens gedanklich (wenn nicht schon auf pre-Alpha) in irgendeiner Schublade. Raushauen über Xbox Live kostet außer heruntergeladenen Megabytes nix, der ganze logistische Aufwand vom Presswerk bis zum Einzelhändler fällt flach. Und ich kann zu Hause bleiben und mir das Zeug über die Internetverbindung holen. Keine Frage, eindeutig das künftige Distributionsmodell (wobei ich bezweifle, dass die künftige Hardware-Generation deshalb ohne optische Laufwerke auskommen muss, gibt ja auch noch DVDs).

Doch war’s die Kohle wert? Im Falle von “Operation: Anchorage” definitiv nicht. “The Pitt” hat’s größtenteils ausgebügelt, kam aber verbuggt raus - was man nicht nur auf die beinahe schon legendäre Schlamperei von Bethesda schieben kann, sondern eben auch darauf, dass man mit Downloads schnelle Kohle wittert und Qualität dabei oft zweitrangig ist. “Broken Steel” war zwar linear ohne Ende, aber dennoch spassig. Insgesamt also 30 Euro rausgehauen für die Erweiterungen. Hätte ich das Hauptspiel gekauft und nicht meine Presse-Kopie verwendet, wäre das eine Gesamtsumme von 100 Euro gewesen. Sportlich, in der Tat. In dem Fall hat das Spielerlebnis den Betrag jedoch gerechtfertigt, subjektiv betrachtet.

Bleibt das Warten auf “New Vegas”, wenn das denn 2010 schon drin sein soll. Über die Inhalte mag wenig bekannt sein, ist aber auch nicht nötig, “Fallout” wird immer in der gleichen Welt mit der immer gleichen Ausgangsbedingung spielen: Krieg. Oder, um es mit Teil 1, 2 und 3 zu sagen: And war, war never changes.

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9
05 2009

Malefiz

Der Tag in Kurzform:

0900 raus. Damn me, wie übel. Es ist Samstag. Also nutzen wir den Tag halt mal, was soll’s.
1000 Küche ist sauber. Zimmer aufgeräumt. Mac immer noch aus.
1100 Einkaufen, Aldi. Endlich wieder Cookies im Haus. Und Worscht. Dazu alkoholfreie Getränke. Autos sind für Weicheier, der wahre Mann trägt seine Getränke am kleinen Finger nach Hause.
1200 Kaffee machen. Dann “Fallout 3″. Gar nicht mal derart simpel am Ende von “Broken Steel”. Schießereien ohne Ende und nice, neue Waffen.
1330 Der Abspann von “Broken Steel” läuft. Wieder was geschafft.
1400 Rumgammeln. Der Hase springt auf der Wiese umher, die Sonne scheint. Wird ja immer besser hier.
1500 Telefonieren mit dem Ed. High time for some Boomer-kickin’!
1600 Richtung City. Kaffee trinken. Über SMS freuen. Über vorüberziehende Menschen lachen, lästern, haten, was auch immer. Darmstadt ist schon eine verdammte Realsatire, denke ich, als ein Typ mit Cowboyhut, Billigsonnenbrille und einem dieser Western-Hemden vorbeiläuft. Das Hemd komplett geöffnet und darunter die nackte Brust. OMG.
1730 Dies und das einkaufen. Zahnpasta braucht der Mensch. Und Deo. Seit neuestem gar noch Zahnseide. Mensch, da will jemand den Originalzustand seiner Beißer wohl echt um jeden Preis erhalten. Nix mit live fast, die young heute. Dafür Burger. Und Kippen.
1830 Heimweg. An der Bahnhaltestelle mal wieder geschaut, was die Asis gegenüber so treiben. Herrlich, natürlich kracht’s mal wieder und zwei gehen aufeinander los. Höchste Zeit, störende Geräusche der Außenwelt mit dem iPod zu überblenden. Prodigy leisten da gute Dienste.
1845 Zu Hause. Bier her. Zum ersten Mal richtig viel Ruhe heute.
Seit 1900 Abendplanung. Schaut nach Regen aus. Zur Wahl steht dieses und jenes. Natürlich schon ein Fave gefunden. Nebenher zielloses Surfen. Muss ja auch nicht der ganze Tag sinnvoll verbracht werden. Glücklicherweise.

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7
05 2009

end of an era

rrod

Drei Jahre. 18430 Gamerscore. Zig Spiele, unzählbare Stunden mit Freunden oder alleine, ganz egal. Und gestern Abend dann das Aus. RROD, keine Frage, da gibt’s nix zu drehen. Hat ja auch lange genug gedauert, ehrlich gesagt wundert es mich im Nachhinein, dass die so lange durchgehalten hat - ist schließlich noch aus jener Generation, deren Ausfallquote bei über zehn Prozent lag. Und letztlich wohl nur ein Konsumprodukt. Ein Medium im Sinne von dem, was McLuhan drüber geschrieben hat. Ersetzbar, ob man es will oder nicht. Scheine derzeit ein Händchen für sowas zu haben, erst erwischt es den iPod (innerhalb von 24 Stunden war ein nagelneuer da), dann den USB-Hub (auch ersetzt mittlerweile), nun die Konsole. Keine Ahnung, was als nächstes dran ist.

Nach der Arbeit fix beim Xbox-Support angerufen. Die sagen, dass ich nur die Festplatte der alten Konsole in die Neue packen muss und gut is. Also eine “Arcade” kaufen, die kostet ja mittlerweile kaum mehr als eine PSP. Im Saturn gibt’s allerdings keine, nur “Premium” mit einem Bundle an Games, die ich nicht will. Pech gehabt, trage ich meine Kohle halt woanders hin. Tatsache, Karstadt hat noch genau eine auf Lager. Fix die Fakten gecheckt und festgestellt, dass es eine Jasper ist. Sowas ist ja wichtig heute, sowas. Jasper gekauft, raus aus dem Laden und an einem viel zu heißen Maitag alles nach Hause geschleppt.

Festplatte umstecken, WLAN-Adapter umstecken, Controller rein, starten. Nach fünf Minunten läuft alles. Auch die gekauften Arcade-Games wurden übernommen, kein Problem soweit. Und ja, die Neue ist leiser als die Alte. Was keine Kunst war, wenn man mal ehrlich ist. Bleibt zu hoffen, dass diese Sache damit für die nächsten drei Jahre aus der Welt ist.

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6
05 2009

and the world might end tonight

(”New Dark Ages”, Bad Religion) Recht behalten. Ha! Fucking nochmal Recht behalten! Und ein Level in “Mega Man 9″ durch. Naja, fast. Scheissegal. Auf jeden Fall einen Bossgegner gesehen und beinahe geplättet. Und es geht eben doch, damn it. Solange man ein demütigend schweres Game als Antrieb sieht, ist es eben doch nicht unschaffbar. Genügend Willensstärke, eine gehörige Portion Glück und Schnelligkeit an den Buttons vorausgesetzt. Dafür gibt’s dann eine Glückshormon-Ausschüttung als Belohnung, die ganz locker den grauesten Abendhimmel über Darmstadt in einen 30 Grad heißen Sommertag verwandelt und einen noch so belanglosen Tag einen Erfolg verwandelt, den man nicht beschreiben oder verstehen kann. Wenn man das nicht selbst spielt. Und hey: Es gibt Zeuginnen, das Vorhandensein abartiger Skillz sei damit belegt.

Update: Tja, zocken ist erst mal nicht mehr. Ganz großes FUCK.

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30
04 2009

play to win

megaman9

Mega Man 9 hat acht Level. Plus die Endgegner-Stage, die man erst mal freispielen muss. Aller Wahrscheinlichkeit werde ich nie ein einziges davon packen. Die 200 Achievement-Punkte sind mehr oder weniger unerreichbar. Für mich. Und das liegt nicht daran, dass ich es nicht versuchen würde. Denn genau darum geht es und das macht Games auf einer ganz anderen Ebene interessant.

Durchhalten. Dieses Spiel demütigt im Minutentakt auf’s Neue. Dennoch gibt es immer einen Neustart (Lektion 1). Was tut man, wenn man nicht weiterkommt? Die Taktik ändern (Lektion 2). Was tut man, wenn die geänderte Taktik immer noch nichts bringt? Strategien austüfteln, am Timing arbeiten. Denn: Irgendwann klappt’s. Bis dahin strapaziert es die Nerven, was es allerdings für mich nicht zu einem Hassobjekt macht, sondern vielmehr den Antrieb, das Teil zu packen, noch mehr steigert (Lektion 3).

Übertragen wir 1, 2 und 3 mal fix auf das Leben abseits des Bildschirms, also diese Reallife-Geschichte, zu deren Wohl laut allgemein kursierenden Vorurteilen Gaming nichts beisteuern kann. Fangen wir mit 1 an: Zu wissen, dass es immer einen Neustart gibt, ist gar nicht mal so unwichtig. Bewahrt einem davor, ein Scheitern als final anzusehen. Job verloren? Neustarten. Beziehung weg? Neustarten. Es geht weiter und kein Leid ist für immer. Wichtig, das zu verstehen. Schön, dass man das spielerisch (mit)erlernen kann, nicht?

Nächster Punkt: Gibt’s ein Problem und die Lösung ist nicht zu finden, tendiert man hier und da ganz gern zum Aufgeben (oder weiterdelegieren von Arbeiten, gibt ja auch Praktis). Wie soll’s auch anders sein, wenn man beispielsweise in 13 Schuljahren nur beigebracht bekommt, dass es auf ein Problem nur eine Lösung gibt, eine Formel oder eine richtige Antwort? Die Idee, den Weg, der zur Lösung führt, ein wenig anders zu gestalten, bekommt man in dann an der Uni vermittelt, wenn man sich fragt, wie man trotz drei Euro in der Tasche einen Abend lang trinken gehen kann. Oder in Games. Erneut auf die spielerische Variante, also ist beim Lernen auch noch Spass. Kann das jemand über einen Mathe-Grundkurs sagen?

Zuletzt bleibt die Erkenntnis, dass Scheitern ein Antrieb sein kann. Macht man es halt besser, so what? Warum den leichten Weg wählen und alles abschreiben? Der steinige ist doch so viel besser, wenn’s dafür Achievements und Anerkennung von anderen gibt, die das Game nicht gepackt haben. Zuletzt kann man sich auf die Schulter klopfen und hat - völlig zurecht - das gute Gefühl, eine echte Leistung vollbracht zu haben.

All diese Punkte sehen Menschen, die sich niemals ernsthaft mit Spielen oder der Kultur des Spielens beschäftigt haben (und stattdessen lieber “WoW” verbieten wollen), natürlich nicht. Dass Spiele sehr wohl sehr vieles vermitteln können und dabei auch noch als Zeitvertreib und Spaß gleichzeitig dienen, erscheint wohl ein wenig Überraschungsei-Like. Wie gut, dass es nicht nur fundierte Gegenargumente gibt, sondern die auch gleich noch auf die Frage bezogen, wie Spieler den Arbeitsmarkt verändern werden (und das haben sie bereits): “Think video games are kids’ stuff? Think again. According to authors John C. Beck and Mitchell Wade all those hours immersed in game culture have created masses of employees with unique attributes. This new generation that’s ninety-million strong has an amazing ability to multitask, solves problems creatively, and brings unexpected leadership to the table. But to tap these skills, we need to understand and appreciate the different ways gamers think and behave. “The Kids Are Alright” dispels common myths about gamers and reveals them as committed, team-oriented people who play to win.” (Unnötig zu erwähnen, dass sich das Buch ausgelesen im Regal befindet. Und demnächst weiterverliehen wird, derartiges gilt es schließlich zu verbreiten.)

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21
04 2009

Ein ♥ für Blogs


“Seien wir doch mal ehrlich, die deutschsprachige Bloglandschaft steckt seit einiger Zeit in einer Depression. Im besten Falle wird zwar beobachtet, was die Nachbarn so machen, aber ein wirkliches miteinander findet meist nur in Ausnahmefällen statt. Die gute alte Blogroll ist aus den meisten Layouts verschwunden oder leidet an Altersschwäche. Wir kochen vor allem unser eigenes Süppchen.

Am kommenden Dienstag, den 21.04, veröffentlichen alle, die darauf Lust haben, einen Beitrag mit dem Titel “Ein ♥ für Blogs” in dem sie ihre lesenswerten deutschsprachige Blogs vorstellen - das darf dann auch mal über den eigenen Blogtellerrand hinausgehen.”

Über das “miteinander”, das aus meiner Sicht ein viel zu unproduktives “gegeneinander” geworden ist, hab ich ja schon geschrieben. Geändert hat sich seither nichts. Nun ein Aufruf für mehr Gemeinschaft, per Mail zugesandt. Mag sein, dass es eine abgewandelte Form dieser ekelhaften “Stöckchen” ist, dann aber eine, über die nachzudenken lohnt. Also eine Antwort, sprich: Die lesenswerten Blogs im Hause B.

Eigentlich finden sich selbige in der Blogroll. Bei genauerer Betrachtung habe ich jedoch festgestellt, dass ich bei manchen auch nicht regelmäßig vorbeischaue. Hier also eine etwas ausführlichere Vorstellung derer, die wirklich täglich abgesurft werden (Nichtgenannte also bitte nicht haten).

Zeitlupenbaer: Weil’s der Mitbewohner ist, zudem finden sich die besseren Fundstücke der Netzkultur nun mal - wenn auch recht unregelmäßig - dort. Allein schon wegen derartiger Tweets lohnt sich das.

Die Gosch
: Hat neulich ein großes Mitteilungsbedürfnis eingestanden, dass die Blogbeiträge natürlich nicht hätten vermuten lassen. Ernsthaft: Zwischen Hugh Jackman und (meist gerechtfertigtem) OJ-Gebatsche finden sich nachdenkliche Einblicke ins Seelenleben - und allein derartige Seltenheiten rechtfertigen ein tägliches Vorbeischauen schon.

Reisenotizen aus der Realität: Ganz einfach deshalb, weil ich von der Autorin wohl das meiste übers Bloggen gelernt habe - und immer noch lerne. Wenn’s das nicht sein soll, nehmen man eben die Wortwahl in den Posts, die gesunde Portion Misanthropie, Stilbewusstsein und bei all dem jede Menge Liebe für die besseren Dinge des Lebens.

Eddys Welt
: Schitt nochmal, einfach wegen all der Games, all der Jahre, wegen “GoW 2″, wegen acht gemeinsamer Semester und allem, was noch war und hier besser nicht erwähnt wird. So lange es Boomer zu pwnen gibt, wird täglich geschaut, was im Hause Edding passiert - auch wenn’s mal vier Wochen dauern kann, bis neue Beiträge kommen.

Dreisechzig: Weil es eben kein Blog der Firma Microsoft ist und der Betreiber einer der ersten Spiele-Journalisten hierzulande. Dazu sehr viel Kluges zum Thema Jugendschutz, vor allem Gedanken abseits des üblichen Blablas. Seit neuestem auch mit Podcast, dessen erste Folge schon mal ziemlich unterhaltsam war.

Alltag oder so: Da hab ich mir die Idee mit den Lyrics-Auszügen als Titel der Beiträge geklaut. Und außerdem finde ich da hier und da mehr Infos über den Abend zuvor, als ich noch in Erinnerung habe. Zudem Sound. Und Sound ist wichtig.

Gedankenskizzen: Weil Sound wichtig ist. Und Kino. Comics. Bücher. Und kluge Worte über all das selten sind.

OniPepper: Quasi das deutsche Kotaku, mit einem Tick Destructoid und jeder Menge Cosplay, Retro-Charme und viel zu vier 8Bit-Gedudel. In einer Medienlandschaft, die aus dem Abtippen von Pressemitteilungen besteht, definitiv eine notwendige Abwechslung.

Das sind die täglichen Kandidaten. Hätte ich alles aufgelistet, was sich in Netvibes und Co. findet, wäre das hier ein Roman geworden. Letztlich waren’s dann doch eine überschaubare Anzahl bloggender Mitmenschen. Wie gesagt: Es gibt noch zahllose andere. Also nicht h8ten. Das tun nur die A-Lister.

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