not your kind of people
(But my kind of Vorfreude. Sieben Tage noch bis zum Release der neuen Garbage. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das nochmal passiert. Hach.)
(But my kind of Vorfreude. Sieben Tage noch bis zum Release der neuen Garbage. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das nochmal passiert. Hach.)
Ein Mal im Jahr lasse ich mich hypen. Zugegebenermaßen eigentlich ganz gern sogar. So lang’s so aussieht.
“Wir prüfen jede Akkreditierung mit mehreren Mitarbeitern.” Den teilweise undeutlichen Grenzen zwischen privatem und kommerziellen Angebot sind sich die Messeveranstalter folglich bewusst.
Hier der Beitrag in Gänze. Das Gespräch war übrigens angenehm und produktiv im Ton. Um es deutlicher zu sagen: Man ist sich der Thematik und ihrer medialen Reichweite bewusst. Und will es ernst nehmen, statt einen Shitstorm auszusitzen. By the way: dessen Veranstalter sollten wie immer überlegen, wann ein Gespräch suchen produktiver ist als Dreckwerfen. Beides hat seine Zeit und seine Berechtigung. Aber irgendwann führt eines deutlich häufiger zu Lösungen als das andere. Just saying.

Wer Blogs oder welcher Darstellungsform auch immer die Relevanz abspricht, vergisst eines: Es ist völlig egal, wo und wie ich veröffentliche, ob ich meine Gedanken in ein WordPress-CMS haue, zu Papier bringe oder mit Kreide an die Wand male. “Relevant” sind Inhalte, alles andere ist ein Medium, ein Mittel zu einem Zweck. Inhalte, so sie gut sind, werden wahrgenommen. Das beste Beispiel? Die Grafik oberhalb. Ich muss keinen Hehl draus machen (und es stört mich auch nicht), dass hier sonst üblicherweise kaum jemand reinschaut, das liegt schließlich in der Natur dieser Angelegenheit begründet: Ich schreibe mehrheitlich über Dinge, die mich persönlich beschäftigen und in den meisten Fällen ist das nichts, das unbedingt von großem Interesse für die Allgemeinheit wäre.
Gestern nicht, das belegen 534 Menschen, die hier binnen 24 Stunden reingeschaut haben, einen Kommentar hinterließen, zig Trackbacks, Backlinks, Verweise via Twitter und Facebook. Ganz unterschiedliche Kanäle. Das hat mich arg überrascht den gesamten Tag über und dafür Danke. Letztlich zeigt es dennoch nur eines: Gute Inhalte sorgen für Rummel. Wo sie zu finden sind, ob sie 140 Zeichen lang sind oder 14.000, ob der Verfasser Hochschulabsolvent ist oder Autodidakt, das interessiert Medien nutzende Menschen von heute nicht mehr. Es geht um Können und Qualität, um Eigenständigkeit und das simple “etwas zu sagen haben”, nicht mehr und nicht weniger. Schön.

Die Spielemesse Gamescom verweigert in diesem Jahr Bloggern eine Akkreditierung und damit den Zugang zum Pressebereich, in dem Präsentationen und Interviews von und mit Spieleschaffenden stattfinden. Das Statement liest sich wie folgt: “Es werden keine Akkreditierungen an Inhaber privat initiierter Spiele-Homepages, privat initiierter Blogs sowie Podcast-Seiten ausgestellt.” Zudem spielen “Zugriffszahlen und Größe des Mediums (…) bei der Akkreditierung und der zugelassenen Personenanzahl eine Rolle.” In der Blogosphere (Gott, wie lange habe ich diesen Ausdruck nicht gebraucht?) kommt das einem Schlag ins Gesicht gleich, viele fühlen sich unverstanden und machen ihrem Unmut via Twitter Luft. Ich möchte ein paar Worte dazu verlieren. Weil ich in beiden Welten – Blogs und Journalismus – zu Hause bin und mir aktuell auf beiden Seiten ein wenig die Ausgewogenheit in den Kommentaren fehlt.

Dem Ende unmittelbar folgend – das scheint eine ungeschriebene Gesetzmäßigkeit – taucht stets die Frage auf, wie’s denn nun gewesen sei. Ich versuche meist, sowas in wenigen Worten und in neutraler Tonalität zu beantworten, abzuwürgen oder gar nicht erst tiefer als nötig ins Detail zu gehen. Kultur in all ihren Formen ist in meinen Augen nichts anderes als eine persönliche Angelegenheit, eine Erfahrung, die so nur ich selbst mit einem Werk gemacht habe. Und über die ich schreiben kann. Manchmal sind das Texte die voll des Lobes sind, die (hoffentlich) durchblicken lassen, dass ich etwa ein Videospiel mehr als nur gemocht habe, also beinahe schon Liebe zum Werk im Besonderen und dem Medium im Allgemeinen empfinde. Aber ein Urteil, das Anspruch auf Objektivität erheben könnte, das tatsächlich behauptet, etwas auszusagen wie “Das ist so und nicht anders”, das kann und will ich nicht liefern. Keine Produkttests von Waschmaschinen, niemals. Folglich wird das hier nicht damit beginnen oder enden, wie gut oder schlecht “The Wire” oder wie gut oder schlecht die fünfte Staffel war. Stattdessen ein paar Worte zum Abschied.

Die beiden letzten Folgen über hat sich die vierte Staffel angefühlt wie ein Klassentreffen: Nach Jahren des Nicht-sehens sind sie wieder da, die alten Bekannten von früher. Man begießt es (so ein Anlass kann ja nicht ohne Alkohol ablaufen, Gott bewahre!) ausgiebig und erfreut sich am Erfolg oder Mißerfolg alter Freunde oder Nicht-so-Freunde. Insgesamt ein ganz angenehmes, warmes Bauchgefühl. Eben weil auch klar wird, wie lange nicht nur diese Charaktere, sondern auch wir nun schon dabei sind: vier Staffeln, locker 50 Stunden. In etwa die Zeit, die ein Rollenspiel vom Umfang eines “Skyrim” oder “Dark Souls” verschlingt. Die letzte Staffel steht an, das Ende naht und das Gefühl beim Gedanken daran springt zwischen Erleichterung darüber, dass danach Platz für Neues (“Breaking Bad”? “Walking Dead”? “Sons of Anarchy”? Was ganz anderes?) ist und Traurigkeit darüber, dass auch eine TV-Serie eben wie alle Dinge einmal ein Ende finden muss, hin und her.
Staffel vier könnte als “Verlust der Unschuld” beschrieben werden. Aus harmlosen Kids werden Corner Kids, aus Idealisten werden Berufspolitiker und es scheint, dass die Marschrichtung stets “gen Untergang” laute. Aber das stimmt nicht. Denn es gibt eine Wahl, für jeden der Beteiligten. Genau diese Wahl – in der der Unterschied zwischen willenlos dahindriftenden Spielbällen eines sonst wie gearteten Schicksals und selbstbestimmten, letztlich auch irgendwo freien Menschen besteht – nehmen diverse Charaktere beider Fraktionen zum Ende der Staffel wahr und das macht deren Abschluss auch so gelungen. Kein Major-Crime, das dieses Mal gelöst würde, noch nicht mal der namensgebende “Wire”, also die Überwachung, steht im Zentrum der 13 Episoden. In dieser Hinsicht herrscht Ebbe, Staffel vier ist vorrangig eine, die sich mit der Entwicklung von Menschen beschäftigt, mit nochmals detaillierteren Charakterportraits als in der Vergangenheit und mit den üblichen Stolperfallen, die bei zu früher Zuschreibung von Sympathie drohen: Der in frühen Folgen noch als freundlich-kümmernder, großer Bruder wahrgenommene Junge wird zum Killer, während der zu Beginn als großkotziger, arroganter Maulheld präsentierte Junge bekommt die Kurve doch noch. Hier liegt die Schönheit der Staffel: Sie vermag zu überraschen.
Und endet doch mit tonnenweise Cliffhangern. Sämtliche größeren Probleme sind nicht im Ansatz gelöst oder auch nur angegangen, stattdessen stapeln sich Leichen und Fragezeichen nebeneinander um die Wette. Da ist noch einiges offen. Etwa die Hoffnung, dass die nun folgende, letzte Staffel alles “rund” machen möge, der Abschluss ein guter wird. Bis dahin sorgen die Freude über die Rückkehr alter Bekannter (“Rückkehr” sowohl im Sinne von erneutem Auftauchen als auch einer Rückkehr zu den Wurzeln in Form vormaliger Positionen) und die vermittelte Message, dass es eine Wahl gibt – und das ein ziemlich großes Glück ist – dafür, dass diese Staffel nach der ersten die persönlich Liebste wurde. Auf zu einer letzte Reise nach Bodymore, Murderland.
Die nun beinahe vergangene Woche war nicht die Beste. Ich bin weiterhin erkältet, warum auch immer und vor allem viel zu plötzlich. Nicht ernsthaft genug, um das Haus nicht zu verlassen und bezahlter Arbeit nachzugehen, aber immer noch ausreichend, um die Welt ein wenig gedämpfter wahrzunehmen, ein wenig langsamer durch die Straßen zu laufen und doch noch mal die dicke Jacke anzuziehen, obwohl die Sonne scheint. Die Laune zwischen deprimiert-dahindriftend über viel zu vieles, das hier nicht reingehört, weil es so einfach nicht erklärt werden kann, dass die Mehrheit es als logisch-verständlich wahrnehmen würde, einige ganz, ganz wenige ausgenommen. Keine Bühne, auf die ich mich begeben will, keine Ecke, in der ich grade stehen möchte.
“FEZ” ist draußen und seit Mittwoch auf der Festplatte der Xbox 360. Was für ein wunderbares Spiel. Es kommt alles andere als ungelegen, ach quatsch, es kommt zum genau richtigen Zeitpunkt. Den ersten Abend über hatte ich noch nicht die Zeit, nicht die Energie, mich dem Spiel wirklich zu widmen. Eine Stunde oder so, mehr haben Kopfschmerzen und ein allgemeines Gefühl des Schwach-seins (das Gefühl, dass ich an Erkältungen von allen Negativeffekten am meisten hasse) nicht zugelassen. Gestern gar nichts, stattdessen Zeit verschwendet. Mittlerweile ist die Woche um, die Erkältung ein wenig am Abklingen, der emotionale Zustand gleich beschissen wie die Tage davor. Und ich habe nochmal eine Stunde mit FEZ verbracht. Und mich in genau jener Stunde in das Spiel verliebt. Mittwoch war es mehr ein “Naja, schön, sicher, aber nicht das, was da allgemein drum gemacht wird.” Jahrelange Beschäftigung mit dem Medium sorgt für ordentliche gewisse Hype-Resistenzen, selbst gegenüber Indie-Games. Alles egal jetzt. Die letzte Stunde hat’s dann geklappt, warum auch immer. Vielleicht, weil das Spiel keinen Stillstand kennt, weil es immer weiter geht, weil es einen wunderbar in Flow versetzt, alles vergessen lässt und sanft einlullt, dabei angenehm zum Denken anregt und audiovisuell nach irgendwohin ganz weit weg trägt. Etwas, das mir gerade mehr als alles andere willkommen ist.

Drei Monate durchgehalten. Eigentlich hatte das Experiment “Keine Kippen, kein Alk” als genau das angefangen: ein Experiment. Rausfinden, ob’s gehen kann, wie es geht und was es bringt. Ehe ich es mich versehe, ist jener Tag nun schon etwas mehr als drei Monate her. Zeit für ein paar Gedanken dazu.

Dieser Podest steht dem Handheld-Gedanken ja schon arg entgegen. Wie soll das nur im Park funktionieren oder im Bus? Mit dem Schiebepad? Von letzterem haben wohl nur Linkshänder etwas – glücklicherweise bin ich einer, allerdings hab ich das aufgrund von Gründen noch nicht versucht. Ist auch gar nicht nötig, denn überraschenderweise erweist sich die Steuerung gar nicht mal als Manko und “Kid Icarus Uprising” sorgt aufgebockt auf ein Stück Plastik und damit in ein stationäres Dasein gezwungen für Kurzweil. Ohne Zweifel der nächste Titel aus der Reihe “Kann nur Nintendo so machen.”
Derer es auch zum ersten Geburtstag des 3DS leider immer noch nicht genügend gibt. Wie’s dennoch zu 750.000 verkauften Einheiten kommen konnte? Vermutlich, weil Nintendo insgesamt auf dem richtigen Weg (lies: Apple) ist: Ein Produkt (ge)schaffen, das Begehrlichkeiten weckt, das sämtliche “haben wollen”-Reize stimuliert und die Frage “Wer braucht heute noch ein Handheld?” gar nicht erst aufkommen lässt (würden das gedruckte Spielemagazine oder der Musikmarkt hinbekommen, wir hätten einige leidige Debatten weniger). Da sieht der glücklicher Neubesitzer über Spielemangel, geringe Akkulaufzeit und fehlenden zweiten Stick genauso hinweg wie über nicht vorhandene Flash-Funktionen bei Smartphones. Nur die Sache mit dem Preis hat man Nintendo weniger abgekauft als Apple. Mittlerweile hat sich das erledigt, stattdessen wächst der Berg an Zusatzhardware merklich an (mit diesem hässlichen Schiebepad wird man mich nicht in der Öffentlichkeit sehen, soviel ist sicher). Die Frage 365 Tage nach dem Verkaufsstart lautet somit: wie lange dauert es, bis Nintendo die erste Revision ankündigt? In diesem Sinne: Alles Gute zum ersten Geburtstag, Handheld ohne gigantisches Spiele-Portfolio.
(Dienst am Leser: im Hintergrund zu sehen ist der hier)