random:notes

Meinung – was ist das eigentlich (nicht)

Meine Redaktion hat die Möglichkeit, Beiträge zu kommentieren, eingeschränkt. Und das drastisch und mit einer gepfefferten Erklärung, hinter der ich so übrigens voll und ganz stehe. Mehr noch, sie ist der Grund für diesen Beitrag. Denn die Reaktionen, die ich persönlich enthielt, waren ausnahmslos positiv. Aber meine klugen und meist sehr besonnenen Timelines sind nun mal nicht stellvertretend für das Gros der Menschheit. Da draußen sind nun auch jede Menge Kommentare, die uns Zensur und Eingriff in die Meinungsfreiheit vorwerfen. Und das ist Blödsinn. Blödsinn, über den nachzudenken lohnt. read on my dear »

Katzengold raus, #1

Ich hatte neulich angekündigt, mich zum anstehenden Umzug verkleinern zu wollen. Hier hat sich im Laufe der Jahre einfach so vieles angesammelt, dass mir zwei Möglichkeiten bleiben: Entweder raus mit oder in eine Vitrine. Und ich mag keine Vitrinen. Deshalb soll nun diverses Zeug rund um Games einen neuen Besitzer finden. Und der soll nicht irgendwer sein, sondern wer Gutes.

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und darauf bin ich fast ein bisschen stolz

Wie alle großen Themen haben wir es zunächst nicht wahrgenommen. Das ergibt sich ganz einfach aus dem Umstand, dass du nicht alles, das irgendwo von irgendwem als der heißeste Scheiß gejazzt wird, mittragen willst. Es knallen täglich dutzende Nachrichten darüber rein, was grade das nächste große Ding werden könnte und dein Job ist es irgendwo auch, zu filtrieren, rauszufinden, was es eben nicht wird, was es vielleicht werden könnte, was es definitiv wird. Pegida war erst einmal unter dem Radar. Wir hatten mit den Nachwehen von HoGeSa zu kämpfen, dem ekelhaften Umstand, dass sich polizeibekannte Gewalttäter anmaßen, unser Land gegen etwas zu verteidigen, dass gar nicht da ist – und selbst, wenn es das wäre, sie nicht in der Rolle wären, die Verteidiger zu mimen. Und dann, Ende des Jahres, war klar, dass Pegida groß wird. Nicht mehr ignoriert werden kann. Immerhin das haben sie geschafft. Alles andere geht nun vor die Hunde – und ich bin sehr froh drum.

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2014. Wir sind der beste schlechte Einfluss, den ihr haben könnt.

Die von mir über alle Maßen geschätzte Andrea Diener hat über 2013 etwas gesagt wie “Ich saß in vielen Flugzeugen und dachte oft: Wenn es den jetzt runter nimmt, dann ist es auch nicht schlimm” und das traf zu. 2013 war ein verdammtes Scheißjahr. Es ging schief, was nur schief laufen kann und ich hatte an allen möglichen Fronten zu kämpfen und dabei nicht nur Auseinandersetzungen auszutragen, die ich gewinnen konnte, sondern auch solche, bei denen von vorneherein klar war, dass da kein Sieg drin sein würde. Etwa, dass Gamesload enden würde. Wir haben es im Mai erfahren und damals war es erst einmal nur ein loses Gerücht, dann wurde es konkreter und spätestens zur Gamescom im August wusste ich, dass das meine letzte Gamescom sein sollte. Das hat sich bewahrheitet. Ende des Jahres war klar, dass der Laden verkauft wird und spätestens ab da war es ein dahinmäandern, ein zur Arbeit gehen ohne zu wissen, was das denn alles noch soll, wo es doch eh keinen Sinn mehr macht. Gib einem Typen Arbeit, in der er keinen Sinn sieht und er geht über kurz oder lang entweder dran zugrunde oder beschließt, nichts mehr drauf zu geben und nur noch zu funktionieren. Beides Modelle, nach denen ich nicht arbeiten kann. So endete das Jahr und was ich noch gut weiß ist, dass wir bei einem Kollegen Silvester feierten und es Raclette gab und ich eigentlich nur am SMS tippen war.

Denn da war noch etwas anderes. Und das sollte 2014 bestimmen, in jeder einzelnen Faser.
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oops I did it again.

Es war viel zu lange her, dass ich was schrieb, so wie ich es schreiben wollte – zumindest Games betreffend. Wie erwähnt habe ich nicht mehr viel mit dem Thema zu tun und dieses Jahr vielleicht grade mal 12 Spiele gespielt, die meisten davon nicht mal komplett. Eines war mir dennoch ein Anliegen. Eines, über das ich einfach schreiben musste. Warum, lest ihr bei Polyneux.

Zimmer 10

Es hat 17 Jahre gedauert, das aufzuschreiben. read on my dear »

beg to differ

Bayonetta 2 (Bild: Nintendo / Sega)

(tl:dr am Ende. Und ausnahmsweise ein Disclaimer.) read on my dear »

was wir tun müssen und wie wir es tun sollten

Eine kleine Nachlese zu “HoGeSa” und dem, was darum herum geschehen ist.

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wieder mal keine Option

Ich habe mich 2012 auf einem Flug mal an einer Kurzgeschichte versucht. Ich halte sie nicht für sonderlich grandios, aber die Idee dahinter war, mir vorzustellen, was eine Depression ist, was sie mit Menschen macht, wie die Gesellschaft damit umgeht und warum die Situation für manche Menschen so schwierig bis ausweglos ist. Das ist in meinen Augen ein recht aktuelles Thema und die Lösung zu weiten Teilen nicht gefunden. Drum wollte ich das Teil nicht auf der Festplatte versauern lassen.

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I don’t want to be right, I just want one more night

(Ich habe das im Sommer 2012 geschrieben. Und nun wieder gefunden. Es sollte nicht verloren gehen.)

Irgendwo über dem Atlantik, Rückflug, 30.000 Fuss Höhe, etwas mehr als 1000 Stundenkilometer Geschwindigkeit am Boden. Noch etwa sechs Stunden bis Frankfurt. Der Job, was auch immer das dieses Mal bedeutet hat, ist erledigt, ich auf dem Heimweg. Die Menschen um mich herum schlafen oder schauen TV, stehen in der Bordküche oder warten vor der Toilette. Beschäftigung. Der routinierte Griff in die Tasche, iPod raus, auf “Artist” stellen, am Scrollrad zu drehen beginnen. F. Wie immer, wie auf den vergangenen Flügen. Es ist mittlerweile eine kleine Tradition geworden, genau dieses Album auf genau diesem Flug zu hören. Ich weiß nicht warum. Eine Zeitlang habe ich bei der Landung in Heathrow immer Scooter gehört, weil deren primitiver Vocaltechnoscheiß zur attestierten Geisteshaltung des Landes England gepasst hat, meiner Meinung nach. Was für eine kleine Idiotie, ist es doch eine deutsche Band. Und ich Deutscher. Fucked up. Die Drehbewegungen am Rad enden. Klick. Erneute Drehbewegung. David comes to life. Klick. “Let her rest”, das Intro. Der Song, der genau dort weitermacht, wo das Album 18 Stücke und 78 Minuten später enden wird: Es bewegt sich alles im Kreis, es kommt alles wieder, nur anders. Ich versuche mich in einer Liebeserklärung.

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