Posts Tagged: bioshock


22
09 2009

von dem Versuch, sich zu verstehn

wet

(”Das alles anders werden kann”, Dritte Wahl) Bislang finden sich hier ja einige Beiträge mit einem Pro zum Thema Jugendschutz, denn das ist eine Sache, die mehr und mehr auch persönlich interessiert. Die Mechanismen dahinter, die Strukturen, Entscheidungsfindungen, Rollenverteilungen und all das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Parteien sind auch ohne die Einmischung von selbsternannten CSU-Experten schon spannend genug, wenn man sich einmal ernsthaft damit beschäftigt. Alles schön und gut und es bleibt beim Kopfschütteln angesichts mancher Titel, die dennoch ungeschnitten im Handel erscheinen. Gleiches gilt aber auch in anderer Richtung und da gibt es seit gestern Nachmittag ein ganz böses Beispiel namens “Wet”.

Grundsätzliches: Wenn in der deutschen Version von “Bioshock” die Blutmenge reduziert wird, Brandtexturen anders gestaltet sind und an der Rohrzange kein Blut kleben bleibt (siehe Schnittberichte), dann ist das hinnehmbar. Denn das Spiel ist sehr stark auf die Story fokussiert, auch wenn Gewalt (in erwachsener Darstellung) darin eine Rolle einnimmt. Aber eben kein tragendes Element ist. “Bioshock” ist eine ganze Menge mehr als ein Shooter in einer Irren-verseuchten Unterwasserstadt und deshalb besteht in diesen Fällen kein Problem mit den Cuts, den für mich haben sie den Spielspaß in keinster Weise gemindert. Zudem haben sie für eine USK-Freigabe ab 18 Jahren (meinetwegen auch die politisch korrekte Form “keine Jugendfreigabe”) gesorgt, womit das Spiel hier in den größeren Händlerregalen zu finden ist. Und nach den wirtschaftlichen Misserfolgen der (Quasi-)Vorgänger kann man den Leuten einen Verkaufserfolg durchaus gönnen. Das werden sie wohl auch selbst gedacht haben und die Schnitte daher entsprechend vorgenommen. Allein schon deshalb ist der Begriff “Zensur” mal wieder fehl am Platz, denn die Macher / Publisher schneiden die Dinger selbst, an §5 Satz 1.3 muss sich also niemand unnötig aufregen. Dann schon eher an Publishern, die ihre Games auf Biegen und Brechen hier rausbringen wollen und dafür selbst derbe Schnitte nicht scheuen.

So einen Fall haben wir nun mit “Wet”. Das ist Quasi ein Grindhouse-Film in Spielform: Eine Killerin schießt sich durch die Level, Inspiration finden die Entwickler ganz offensichtlich bei John Woo, “Shoot ‘em up”, “Stranglehold”, “Madworld” und den erwähnten Trash-Flicks aus den 1960er- bis 80er-Jahren. Beschäftigt man sich damit (falls das nach “Planet Terror” und “Death Proof” nicht schon geschehen ist), findet sich schon nach minimaler Wiki-Recherche heraus, dass Grindhouse-Features neben billigster Machart und Look nicht mit Gewalt und / oder Sex gespart haben - und das selbstredend in reißerischer Darstellung, von “Django” über “Shaft” bis “Surf Nazis Must Die” finden sich da dutzende Beispiele. Das ist allerdings keine selbstzweckhafte, sondern auf eine gewisse Art stilisierte Darstellung, die schon allein aufgrund der überzogenen Dialoge und Optik von jedem Menschen mit ein wenig Sinn für Ironie nicht für voll genommen werden kann. Nicht anders ist es zu erklären, dass die meisten der Filme noch heute erhältlich sind - von der FSK ab 18 Jahren freigegeben. Nun macht man daraus ein Spiel und nach den erwähnten Charakteristika ist eigentlich klar, was “Wet” enthalten muss, wenn es authentisch rüberkommen soll: literweise Pixelblut und überzogene Gewalt. Denn hier ist das nun mal der Kern eines ganzen Filmgenres, dessen Einflüsse übrigens noch in heutigen Produktionen spürbar ist. Ein Grindhouse-Game ohne Splatter geht einfach nicht, man macht auch kein Rennspiel ohne Start- und Ziellinie. Und was ist herausgekommen? Bingo, ein komplett zerschnittener Mist.

Nicht nur, dass die Gewaltdarstellungen quasi wegfallen, die Schnitte ziehen das Game auch noch schnellstmöglich ins Lächerliche. Beispiele? Zunächst sind die (ohnehin schlecht synchronisierten) Dialoge geschnitten, was durchaus einen Erstfall darstellen dürfte. Dann sorgen die fehlenden Splatter-Effekte dafür, dass beispielsweise eine Schwertattacke für den Attackierten tödlich endet, das aber einfach nur surreal rüberkommt, schließlich fließt kein Tropfen virtuellen Blutes. Richtig, kein einziger, also auch keine reduzierte Menge oder pinkfarbene Alienscheisse wie seinerzeit bei “Turok”. So spielt man das dann einige Minuten lang und freut sich still und heimlich, die EU-Version gekauft zu haben und nicht die USK-18er. Dieses Mal sogar mit einer Art “Berechtigung”, denn ein Grindhousegame ohne derartige Features besitzt einfach null Glaubwürdigkeit und damit auch null Spielspaß. Was das bedeutet? In Zeiten des Webs spricht sich sowas rum und erste Tests zum Game erwähnen die Schnitte auch. Kurz: Wer kann, importiert sich die EU-Version aus Österreich oder der Schweiz, die speziell für den hiesigen Markt zugeschnittene Version floppt dagegen. Überhaupt: “Wet” wird kein Hit, dazu erscheint es zum falschen Zeitpunkt (”Brütal Legend” und “Modern Warfare 2″ stehen schließlich in den Startlöchern). Warum also keine Indizierung riskieren und das Ding uncut rausbringen? Der “wirtschaftliche Totalschaden”, als den man eine Indizierung ja gemeinhin beschreibt, ist schließlich nur einer, wenn sich das Teil nicht vertickt. Und genau das hätte mit einer Uncut sicher besser abgewendet werden können als mit einem Zerschnitt. Denn: Die Dinger sind für Erwachsene weiterhin erhätlich und das nicht nur über Webshops, sondern auch über den Handel. Jeder Händler mit ein wenig Plan weiß, dass er die Dinge völlig legal an Erwachsene verkaufen darf und hat sie demnach unterm Ladentisch. Lediglich die Sache mit der Presse ist anders - aber auch hier ist nie letztgültig geklärt worden, inwiefern die Besprechung (nicht Werbung - genau wie man es vom objektiven Journalismus erwartet) eines indizierten Werks strafbar wäre. Aber gut, hier hat man vermutlich einfach an die Kohle gedacht und dafür den künstlerischen (und ja, Grindhouse / Exploitation fällt unter den Begriff “Kunst”) Tod eines (in der Originalversion) richtig spaßigen Werks in Kauf genommen. Ist die USK schuld? Schwer zu sagen, fraglich wäre, ob die Schnitte vor oder nach einer Vorlage dort stattgefunden haben. Vielleicht hat man es ja mal probiert und eben nicht die rote 18 bekommen, vielleicht ist es aber auch vorab passiert, einfach um sicher zu gehen und vor dem Release keine Zeit zu verschwenden. Sicher ist, dass die Leute dort nicht dumm sind und Gewalt sehr differenziert einzuordnen vermögen - wie in diesem sehr empfehlenswerten Beitrag der “GEE” zu lesen ist.

Fällt all das nun noch unter Jugendschutz, oder dreht es sich mehr um geldgeile Publisher? Sollte man die USK verfluchen, weil sie das Teil in der Uncut-Version eventuell indiziert hätte und damit die Billigheimer-Elektroketten als Verkaufsplatz wegfallen - was aber unter Umständen ohnehin wenig ausmacht, da “Wet” sicher kein Millionenseller wird (dafür ist die Grafik trotz gut auf trash gemachten Filtern zu altbacken und das Gameplay zu linear). In diesem Fall kann man das handhaben, wie man will, die Faktenlage ist ja nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass “Wet” in der Originalversion - also so, wie die Macher sich das Spiel gedacht haben und machen wollten - ein kurzweiliger Zeitvertreib ist. Der in der lokalisierten Fassung meinetwegen liebend gerne im Regal verrotten darf.

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13
09 2009

back in space

dead_space

Die letzten Tage war’s hier ja ein wenig ruhig und voraussichtlich wird das auch noch ein Paar Tage so bleiben. Der Grund ist wie immer nicht der mangel an interessanten Geschichten, sondern Dinge abseits des Rechners, für die man bevorzugt Zeit aufwendet. Als Longtail kann man sich das ja auch leisten, da muss man seine Fans nicht bei der Stange halten mit täglichem “hihi lustiges Youtube-Video”-Gebrabbel oder Fehlverwendung des Begriffs “Manifest”. Da kann man stattdessen auch mal wieder “Dead Space” aus dem Regal kramen. Ein Jahr lang lag das da nun fast und wurde nicht gespielt. Warum? Zunächst mal ging’s seinerzeit unter, das Weihnachtsgeschäft 2008 war schließlich nicht grade arm, was AAA-Games betrifft. Dann war’s hier und da einfach zu schwer, die Motivation anderswo und die Horroreffekte - zugegeben - fast schon zu hart. Auch dieses Mal hat’s wieder einige Male geschockt, aber genau deshalb spielt man sowas ja. Nun sind’s noch zwei Akte und heut abend flimmert vermutlich der Abspann über meinen TV. Hat es sich gelohnt bislang? Ziemlich. Muss sagen, dass es ein Fehler war, das Ding so lange liegen gelassen und stattdessen mit zig “Fallout 3″-DLCs die Tage verbracht zu haben. Aber gut, zweite Chance und nun hat mich das Game überzeugt. Klaustrophobisch wie “Bioshock”, Optik à la “Mass Effect” meets “Alien” und über all dem die dunkle Vorahnung, dass hinter jeder Ecke der Tod lauern könnte. Kleinere Geräusche deuten gar nichts an, sondern führen nur in die Irre und sobald das Licht ausgeht, ist klar, dass nun Blut fließen wird.

Apropos - an einer Sache, die schon letztes Jahr aufgefallen ist, halte ich weiterhin fest: Dieses Game hätte in dieser Version meines Erachtens nach keine USK-Freigabe erhalten dürfen, denn das schon damals kritisierte gezielte Abtrennen von Gliedmaßen, samt Ragdoll und deutlich expliziteren Szenen als dem vergleichbaren “GoW 2″ wird im Spielverlauf nicht besser. Spätestens die Tatsache, dass man je ein Achievement für das Abtrennen von 20, 500 und 1000 Gliedmaßen bekommt, hätte den Testern auffallen müssen und zu einer Freigabe-Verweigerung führen. Aber gut, so hat’s die rote 18 und damit den Platz im Regal der großen Ketten, statt nur unterhalb der Theke verramscht zu werden. Man mag’s EA ja einerseits gönnen, die sind ja seinerzeit mit “Mirror’s Edge” finanziell böse reingeschliddert - und auch “Dead Space” war alles andere als ein Überflieger. Aber dennoch: Das Teil gehört nicht in jene Ramschbilligheimerläden, wo die in Sachen Jugendschutz wissensbefreiten Angestellten derartige Games in Hände gelangen lassen, in denen sie definitiv nichts zu suchen haben. Und das geht nun auch gar nicht in Richtung “wenn das schon nicht indiziert ist, dann hätten sie auch “GoW 2″ nicht indizieren dürfen” - denn das steht auch zurecht auf dem Index. Da ist immer noch ein Unterschied zwischen anderen 18er-Titeln und diesen beiden Kandidaten. Und ich frage mich immer noch, wie das bei einem der beiden auch nach drei (!) Anläufen nicht auffallen konnte.

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30
08 2009

Arkham Asylum (pt. I)

arkham_asylum

“Arkham Asylum” gehört neben “The Killing Joke” und “The Dark Knight Returns” zu den für den Werdegang der Figur “Batman” wegweistendsten Comics. Das allerdings nicht auf narrativ derart komplexem Level, das Moore in “The Killing Joke” geschaffen hat und auch nicht in Italowestern-liker Rückkehr-und-abrechnen-Fantasie, wie sie sich in Millers “The Dark Knight Returns” findet. Stattdessen sind es die Bilder, die “Arkham Asylum” so einzigartig machen. Das, was Dave McKean in den doch recht schmalen Band hineingepresst hat, ist selbst nach mehrmaligem Lesen, genauem Hinschauen und neu-interpretieren nicht hundertprozentig verstanden - und der Comic vermutlich genau deshalb so wertvoll. Kurz: Ein Game, dass sich genau so nennt, tritt erst mal in ganz schön große Fußstapfen.

Ein kurzes Zwischenfazit, nachdem 37% von “Batman: Arkham Asylum” durchgespielt sind (den einen oder anderen Spoiler inklusive).

Atmosphäre ist mehr als genug vorhanden. Das Setting ist ebenso düster und bedrohlich wie in den Filmen von Nolan (mit ebenso genialem Joker), hier haben sich die Entwickler auch ganz offensichtlich bedient. Wie das aussieht? Die Kulisse (Arkham ist hier nicht wie in der Vorlage eine Villa, sondern gleich eine ganze Insel) ist in dunklen Farben gezeichnet, die Sounds spärlich, das Bedrohliche allgegenwärtig. Die Angst, die Batman sonst seinen Gegnern einjagt, wirkt hier vorrangig auf den Spieler. Die Schauer, die einem über den Rücken laufen, als man zum ersten Mal die Oberfläche der Insel betritt und Arkham in seiner Gesamtheit sieht, suchen erst mal Ihresgleichen. Überhaupt ist mit sehr viel Liebe zum Detail zu Werk gegangen worden, auch wenn die eine oder andere Anleihe an “Bioshock” nicht von der Hand gewiesen werden kann.

Apropos Inspiration: Die Alptraumsequenzen, in denen Batman gegen Scarecrow antritt, erinnern lose an “Max Payne”, nur deutlich umfangreicher. Auch das Untersuchen der Tatorte kennt man in ähnlicher Form aus “Condemned”. Bleibt die Stealth-Action und das lautlose Ausschalten größerer Gegnergruppen, die man ebenfalls schonmal in ähnlicher Form gesehen hat - “MGS” lässt grüßen. Selbst das Schlösserknacken-Minigame könnte “Bioshock” entsprungen sein. Kurz: Man merkt an einigen Stellen, dass eher Bekanntes in einen großen Topf geworden und neu gemischt wurde, statt etwas wirklich Neues zu schaffen.

Macht das aus “Arkham Asylum” ein schlechtes Spiel? Mitnichten. Denn es gibt viel zu tun. Und das ab einer Spielzeit von etwa zwei Stunden auch in einem Open-World-ähnlichem Szenario, das dann frei erforscht werden darf. Da wären die Rätsel, die der Riddler überall verstreut hat und die zu knacken mit der Zeit alles andere als leicht wird. Aber dafür gibt’s (wie für’s Ausschalten von Gegnern oder erreichen gewisser Spielziele) Punkte und die kann man investieren, um die Figur upzugraden. Überhaupt: Hier gibt’s ziemlich viel zu tun, die Gadget-Abteilung im Hause Batman ist prächtig ausgestattet. An Umfang fehlt es dem Spiel also definitiv nicht. Und sollte neben der Hauptstory mal Langeweile herrschen, gibt’s immer noch die freispielbaren “Herausforderungen”. Das sorgt alles schon für Langzeitmotivation - zumindest hat es das die ersten Tage über.

Was aber wirklich fasziniert, ist dieses Gefühl, Batman zu sein. All die Gadgets, all die Möglichkeiten und ein sehr fein abgestimmtes Kampfsystem sorgen dafür, dass man sich irgendwann wirklich wie der dunkle Ritter vorkommt. Und es übrigens auch gar nicht eilig hat. Die Rätsel können in aller Ruhe gelöst werden, Batman muss nicht immer durch die Gegend rasen wie ein Nico Bellic, sondern kann auch im langsamen Schrittempo von Ort zu Ort und gemächlich voranschreiten. Das macht an einigen Stellen sogar Sinn, etwa wenn man in einem Raum mit sechs Schwerbewaffneten ist, gegen die Batman im Nahkampf selbstverständlich keine Chance hat. Da heißt es dann: ruhig bleiben. Und diese Ruhe strahlt das Game dann auch sehr schön aus.

Bleibt der Verlauf der Story. In Sachen Entwicklung hat man wirklich gute Arbeit geleistet. Die Gegner werden mit der Zeit schwerer, hier und da wird eine Art End-of-Level-Boss-Sequenz eingestreut mit mächtigen Gegnern (bislang Scarecrow, Bane, Harley Quinn und demnächst wohl Poison Ivy). Die sind durchaus knackig, aber selbst nach einem Scheitern ist genug Motivation übrig, um es noch vier bis fünf Mal zu versuchen und dann eben doch zu packen. Außerdem erweitern sich die Möglichkeiten Batmans stetig, so dass dann mit der Zeit auch klar wird, warum man den einen oder anderen Part der Karte doch nochmal aufsuchen sollte, schließlich gibt’s da nun ja neue Stellen zu erreichen.

Für ein Kurzfazit mal wieder viel zu viel Text. Auf zu den letzten 63% - wenn die so spannend bleiben wie bislang, wird’s gar nicht so einfach, Kritikpunkte (außerhalb des teilweise schon arg auffälligen Abschauens, das die Entwickler bei anderen Titeln gemacht haben) zu finden. Schon jetzt ist jedenfalls sicher, dass man mit “Batman: Arkham Asylum” keinen Fehlkauf macht oder gemacht hat.

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27
06 2009

drop fucking dead

terminator_salvation

Es gibt Games, von denen weiß man schon im Voraus, dass sie nichts werden oder bestenfalls durchschnittliche Vertreter ihres Genres. Vor allem im Bereich Shooter kann man das sehr gut absehen, schließlich mangelt’s hier wirklich nicht an Titeln, die für einen Vergleich herangezogen werden können. Meist trifft man also, gelegentlich liegt man ein wenig daneben und manchmal ist der Titel sogar noch schlechter, als man angenommen hatte. “Terminator: Salvation” ist so ein Fall geworden.

Zunächst mal hat das ganz interessant ausgeschaut, dann kam die Preview-Version und im Ko-Op war zumindest hier und da ein wenig Spass da. Dann die Reviews: Sieht nach Totalausfall aus, Metascore von grade mal 49. Das kann dennoch für Fans interessant sein und als solcher überlegt man dann hin und her. Und weil’s im hiesigen Gamesladen Rabatt gibt, wenn man denen zwei alte 360-Titel mitbringt, wird die lange nötige Ausmistung des Spiele-Regals mal angegangen. Zum Opfer fallen “Der Pate 2″ und “Perfect Dark Zero” - beide bis heute nicht richtig an- oder durchgespielt. Macht 30 Euro für “Salvation”. Sollte alles so daneben gehen, wie es nun passiert ist, bekommt man das locker für 25 wieder los und macht damit quasi keinen Verlust.

Nach den ersten Minuten mit “Salvation” ist eigentlich alles in Ordnung: Die Steuerung haben “GoW”-Veteranen mehr oder weniger in Sekundenbruchteilen verinnerlicht. Auch sonst erinnert einiges an das Epic-Meisterwerk. Der arg gescriptete Ablauf schaut so aus: Rumlaufen, zu einem Gebiet kommen, in dem verschiedene Deckungsmöglichkeiten vorhanden sind und damit schon wissen, dass es nun zum Kampf kommt. Danach weiterlaufen, Level fertig, 80GS bekommen. Was? Korrekt, insgesamt gibt’s genau 11 Achievements, die 1000 Punkte bringen. Sehr schön, da freut sich das Punktekonto, “Avatar” und “King Kong” lassen grüssen.

Die Fights selbst sind kaum der Erwähnung wert: Dumme Gegner die herumstehen und die Spielfigur unter Dauerfeuer nehmen, that’s it. Meist gibt’s Hitpoints, die getroffen werden müssen, dann liegen die auch ganz schnell am Boden. Variation ist ebenfalls nicht vorhanden, die Anzahl verschiedener Gegner beläuft sich auf nicht mal zehn. Einzig die ersten Begegnungen mit den T-600 sorgen für ein wenig Gänsehaut, aber wenn man da lange genug reinballert, fallen auch die einfach um. Sehr schön, da hat jemand viel Ahnung vom Terminator-Universum.

Auch hinsichtlich der mehr als dünnen Story. Die so aussieht: John Connor (vom Spieler übernommen) läuft mit seinem Team rum, bekommt einen Notruf aus einer Skynet-Zentrale und entschließt sich gegen den Widerstand der Kollegen, die Leute dort rauszuholen. Das ist alles, Spiel vorbei. Keine Twists, Entscheidungsmöglichkeiten, stattdessen sture Linearität.

Selbst das ginge noch in Ordnung (ist schließlich von “Bioshock” bis “CoD 4″ ähnlich), aber das Spiel fühlt sich einfach nicht gut an. Das Zielsystem wirkt lahm, das interessant angedachte Deckungssystem entpuppt sich als völlig unnötig, da bloße Gewalt auch reicht. Die Settings dagegen haben hier und da ihre guten Momente, wo man auch mal stehenbleibt, sich die Gegend ein wenig anschaut - und dann feststellt, dass es einfach nichts mit dem postapokalyptischen Los Angeles gemein hat, dass man aus den Filmen und der TV-Serie kennt.

Fazit: Das alles summiert sich langsam aber sicher zu nem Berg Scheisse. Was dem Game jedoch das Genick bricht, ist die Spielzeit: Vier Stunden und der Abspann flimmert über den Schirm? Fuck you! “Gears of War” (das hier einfach permanent als Vergleich herhalten muss, schließlich haben sich die Entwickler schon arg davon inspirieren lassen, um nicht von dreist kopiert zu sprechen) war auch in einer Nacht zu packen, ja. Aber: Es war abwechslungsreich, treibend, intensiv und von der ersten bis zur letzten Sekunde ein Game für Nextgen-Konsolen wie die 360. Da hatte sich jemand Mühe gemacht, etwas größeres und besseres zu schaffen als die Konkurrenz. Hier jedoch tendiert der Wiederspielt nicht nur gegen Null, er legt dank fehlendem Multiplayer und anderen Spiel-Varianten ne Punktlandung auf der Müllhalde hin. “Salvation” musste ganz offensichtlich zum Filmstart fertig werden, weil die Kasse klingeln sollte. Tut sie auch, nächste Woche, wenn ich den Crap wieder zurückbringe. Immerhin steht man dem Scheissfilm in keinster Weise nach: “Terminator: Salvation” ist mit großem Abstand das schlechteste Game, das bislang im Laufwerk meiner 360 gelegen hat.

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15
02 2009

dead game coming

shellshock_2

Zur Abwechslung auch hier mal wieder eine Spielekritik, ganz privater Natur und entsprechend subjektiv. Im Verlauf des Textes kann es dazu kommen, dass das eine oder andere indizierte / beschlagnamte Spiel mit vollem Namen und in positivem Kontext erwähnt wird. Ich möchte das ausdrücklich nicht als werbliche Aussage, sondern Meinung(sfreiheit) verstanden wissen (und traue meiner Leserschaft zu, die Unterschiede zu erkennen). Genug Vorab-Gelaber, widmen wir uns “Shellshock 2“.

Das landet letzte Woche in der Redaktion und wurde von der großen Mehrheit der Anwesenden als übler Dreck deklariert. Ich sehe derweil nur eine PEGI-18 und einen Produkttext, der Trash vermuten lässt. Und von selbigem gibt es ja bekannterweise auch sehr unterhaltsame Fälle, von Troma bis Uwe Boll ist allein die Filmgeschichte voll von bestem Mist. Also mitgenommen und beschlossen, dem mal eine Chance zu geben.

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