when the man comes around

darksiders

Der Abspann von “Darksiders” ist vor 60 Minuten über den Screen geflimmert. 16 Stunden Spielzeit, allein schon das ist als Pluspunkt zu werten. Und einiges weitere auch.

“Darksiders” macht eigentlich auf den ersten Blick alles falsch: Der Held (”Krieg”, Mitglied dieser Crew) schaut viel zu arg “World of Warcraft” aus, die Umgebung könnte direkt aus “Gears of War” geklaut sein und über all dem schwebt das Damoklesschwert “God of War”, beziehungsweise “Bayonetta”, wenn’s ein aktuelles Beispiel sein soll. Aber gut, machen wir mal unvoreingenommen weiter, denn die Hack&Slay-Sache ist schon spassig. Einfach zu steuern, atmosphärisch und (klar) übertrieben brutal, aber das schuldet man nicht nur der Story (denkt sicher niemand, die Apokalypse könne friedlich ablaufen), sondern auch der generell leicht comic-haften Umsetzung.

Und dann wird’s komplexer. Erst mal mit der Story, denn der gute Krieg wurde ja verarscht und nun will man ihm die Scheisse mit der Apokalypse andichten. Da sowas als ehrverletzend empfunden wird, macht sich Reiter Nummer zwei auf den Rachefeldzug, allerdings erst mal ohne seine ganzen Skills, die haben sie ihm schließlich auch noch genommen. Gut, wozu trägt man ein gefühlt drei Meter langes Schwert auf dem Rücken spazieren? Eben. Stück für Stück wird’s mit dem Arsenal jedoch mehr. Da kommt dann eine Pistole dazu, ein Greifhaken, eine Sense, ein Wurfstern und noch so einiges mehr. Damit wird dann die anfangs einfache Steuerung auch gleich mal deutlich anspruchsvoller, Kombos und so weiter gibt’s ja auch noch zu lernen und schnell fürchtet man schon, den Überblick zu verlieren. Aber genau da spielt “Darksiders” dem Spieler in die Hände: Es fordert immer, aber überfordert nie. So gibt’s zwar konstant Neues, aber immer auch Zeit, sich dran zu gewöhnen und die neuen Fähigkeiten zu nutzen.

Nach jedem erledigten Levelboss gibt’s neue Info-Häppchen, wie das denn nun war mit dem Weltuntergang und wer dahinter gesteckt hat. So geht’s weiter und weiter mit dem Rachefeldzug, selbstverständlich durch abwechslungsreiche Landschaften, auch mal mit ner Flug- oder Reit-Passage und dauernd mit wechselnden Rätsel- und Kampf-Parts. Denn “Darksiders” ist nicht nur ein Action-Game, sondern hat auch ruhige Stellen, an denen eher Hirnschmalz gefragt ist. Etwa beim Lösen dieser elenden, an “Portal” erinnernden Rätsel gegen Ende des Spiels oder Stellen, an denen Timing gefragt ist. Hier bedient man sich übrigens ebenfalls bei zahlreichen Games, die man alle schon kennt. Aber gut, ist ja letztlich doch nicht alles geklaut, denn “Darksiders” war seit 2007 in Arbeit und einige der Spiele, bei denen man vorwerfen könnte, geklaut zu haben, waren da noch gar nicht raus. Aber gut, Erbsenzählereien, letztlich zählt, was bei rumgekommen ist.

Und das ist einfach eines jener Games, wegen denen man Games liebt. Großartig inszeniert, actionreich, hier und da eine Herausforderung für die Gehirnwindungen, dazu mit gutem Sound, Top-Grafik und einfach insgesamt stimmig. Der Umfang ist bei näherer Betrachtung gigantisch, fehlt eigentlich nur noch, dass Krieg eine Partie Fußball spielen muss oder den Acker düngen, dann hätte man vermutlich alle Genres abgedeckt. So jedoch gibt’s ein erstklassiges Hack&Slay, das sich vor der großen Genre-Konkurrenz definitiv nicht zu verstecken braucht und 16 Stunden lang purer Spaß war. Wie’s weitergeht? Well, das wird natürlich am Ende vom Game angedeutet. Aber wir wollen mal nicht spoilern…

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2 Kommentare

  1. Überraschend gutes Spiel, aber zeigt auch, dass Spiele für “echte” Gamer auch noch ankommen…sieht man nämlich an den Verkaufszahlen.

  2. Yip, man mag’s Vigil Games auch gönnen. Bin immer noch begeistert von dem Teil, werd’s wohl noch einige Tage zocken, gibt ja noch das ein oder andere (Achievement) zu holen…

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