
Also, das da im Hintergrund ist meine Dusche. Und das im Vordergrund meine Küche. Richtig, da ist ein Loch in der Wand und der geneigte Betrachter mag sich nun fragen: Wie zum Fick kommt ein Loch in diese Wand? Und ehrlich gesagt: Ich frag mich das immer noch.
Vermutlich hat das damit zu tun, dass heute die Küche geliefert wurde und die Küche hätte montiert werden sollen. Aus dem letzten Halbsatz mag man bereits schließen, was nicht passiert ist: Küchenmontage. Denn dazu hätte man zunächst mal ein neues Eckventil gebraucht und einen richtigen Starkstromanschluss. Sagen die Monteure gegen acht. Und die sind nicht gut gelaunt. Ich auch nicht, denn ich hab keine Kippen und merke, dass ich grade eine nötiger denn je hätte. Aber gut, so beruhige ich die Lage erst mal, telefoniere, gebe die Infos der Monteure an den Elektriker weiter und der sagt, er käme gegen zehn. Läuft ja doch. Bis auf dieses Eckventil da in der Küche. Also doch deutlicher werden am Telefon und was passiert? Richtig, wenig später rückt jemand an. Mit einem neuen Eckventil.
Was sicher auch funktioniert hätte, hätte der (Schimpfwort nach Wahl bitte einsetzen) das scheiss kaputte Eckventil nicht mehr oder weniger aus der Wand gedreht und dann angekündigt, dass da nun ein größerer Schaden sei und da nix mehr ginge. Sauber. Ganz sauber. Gerade als ich dachte “Yeah, die Küche steht heute ja doch noch, mal wieder Glück gehabt!” Nein, kein Glück heute. Ganz und gar nicht. Also ein weiterer Anruf, dieses mal richtig sauer. Es geht auch anders, ich kann auch böse, ich muss nicht lieb. Und genau das zieht nun, schon für elf rum wird ein Installateur angekündigt.
Bis dahin ist der Elektriker da, der Anschluss für den Herd auch endlich fertig (ach ja, vergessen zu erwähnen: Der war deshalb bereits da und damals hieß es, das würde gehen. Keine Ahnung wer da nun die Schuld hat, der Elektromann oder der Monteursmann, aber irgendwie wollen beide nicht miteinander. Kostenpunkt für den neuen Anschluss - den dann ich berappen durfte: 60 Euro). Das jedoch hindert die Monteure nicht vom Abrücken (und netterweise sogar noch mehrfachen Entschuldigungen), verständlich, gibt ja auch nix mehr zu tun nun, so ohne Wasseranschluss kann man schlecht die Küchenplatte installieren, wenn vorher alles drunter fix gemacht werden muss. Ich seh’s ein, geb’s auf und sehe mich mit einer Lucky vor der Tür sitzen und leise “Scheisse” fluchen. Nixda, denn nun geht erst mal Baustelle.
Der Installateur ist da und zerlegt die Wand. Das ist das Bild da oben. Schon interessant, diese Bausubstanz. Keine Ahnung, was da alles verbaut wurde, von Ziegelstein bis Straßenschotter scheint alles reingemixt zu sein und ich betrachte dieses Loch in meiner Küche schon beinahe mit Ehrfurcht. Der Installateur auch und immerhin: Der ist mal verdammt freundlich und verständnisvoll. Während er Material holt, radel ich in den Baumarkt und besorg einen neuen Schlauch für die Waschmaschine. Da ist der alte nämlich auch schrott und so langsam mausert sich “schrott” zum Wort des Tages für mich. Nebenbei noch geschaut, was Laminat kostet und wie kompliziert das zu verlegen ist. Positiv 1: Es kostet wenig. Positiv 2: Es scheint keine Schwierigkeit, das Zeug zu verlegen. Über Positiv 2 reden wir dann demnächst, wenn das gekauft ist. Der Plan soweit: Die Küche wird nun auch noch damit ausgelegt.
Hab ja schließlich Zeit, die Monteure kommen erst in zwei Wochen wieder.
Bis dahin ist das Loch in der Wand zu und das Wasser geht wieder. Dieses verfickte Eckventil ist nun neu, glänzt, sieht funktional aus und wird hoffentlich die nächsten 20 Dekaden halten. Wenn nicht, zerleg ich die Wand eigenhändig, soviel ist sicher. Davor jedoch wird nun die nächsten zwei Wochen im Badezimmer-Waschbecken gespült, Laminat in der Küche verlegt und zumindest die ersten, bereits montierten Hängeschränke befüllt. Ist ja nicht so, dass da heute morgen nichts gegangen wäre. Es sieht schon ansatzweise nach einer Küche aus. Und allein dieser Ansatz macht verdammt viel her. Das wird schon ein schnieckes Teil und die Vorfreude wird den Ärger darüber, auf einer Baustelle zu wohnen, erstmal vergessen machen.
Ach ja: Geraucht wurde auch nicht. Stattdessen frische Luft in den Lungen bei der Fahrt zum Baumarkt. Das war nun die finale, härteste Prüfung, so viel Dreck innerhalb weniger Stunden muss erst mal nikotinfrei verdaut werden. Hat funktioniert und ich kann grade nicht verleugnen, minimal stolz drauf zu sein.





