26 Games #04: T

von Volker Dohr

Terminator Salvation

Was auch immer Joe dazu geritten hat, den vierten Buchstaben im Alphabet kurzerhand in “T” zu benennen, sei’s drum. Es gibt ja eine Menge gute Games, die mit “T” beginnen. Und auch einige Schlechte. Mein vierter Beitrag zur “26 Games”-Reihe (zu deren Unterstützung du, lieber Leser, hiermit ausdrücklich aufgefordert seist. Krieg mal deinen Arsch hoch und tippe was!) widmet sich einer richtig fiesen Geschichte: “Terminator Salvation”, zu Deutsch “Terminator: Die Erlösung”.

Wer sich nicht mehr erinnert: 2009 erscheint der halboffiziell vierte “Terminator”-Film, der dem seit “Terminator 3″ eingeschlagenen Weg treu bleibt – er ist schlecht. Richtig mies sogar, trotz Christian Bale. Das einzig Erwähnenswerte ist der echt fette Trailer und der ist auch nur echt fett, weil endlich jemand gemacht hat, was ich seit Jahren propagiere: Legt verdammt nochmal “The day the whole World went away” von Nine Inch Nails unter Actionszenen! Pünktlich zum Film muss natürlich noch ein Spiel her und es ist, wie es eben immer ist, wenn Releases unbedingt eingehalten werden müssen. Es kommt nichts Gutes bei rum. “Spider-Man”-Fans können da ein Lied von singen. Und ab 2009 auch “Terminator”-Fans.

Was erwartet den geneigten Spieler, der tatsächlich blöd genug ist, für 50 Euro zuzugreifen und nicht wie ich smarte Sau auf ein Gebrauchtgame wartet, dass mit 20 Euro immer noch viel zu teuer ist? Nun, da wäre eine Kampagne von viel zu kurzer Dauer, die so gerne “Gears of War” sein möchte, dass es wehtut. Weh, weil die künstliche Intelligenz strunzdumm ist, weh, weil es teils unfair schwer, vielfach aber dümmlich einfach ist. Und generisch bis zum Abwinken. Das alles wäre ja zu verschmerzen – letztlich ist selbst der Kritikerliebling “The Last of Us” bei näherer Betrachtung wenig anderes anderes als 15 Stunden aneinandergereihtes Ablaufen und Abballern – aber es fehlt verdammt nochmal an Emotion. Story! Irgendwas, das mich mitreißt, das irgendwie glaubwürdig rüberkommt, Charaktere mit Tiefgang und wenn all das ausbleibt (was es bei “GTA V” beispielsweise ist), dann halt wenigstens gute Oneliner, überzeichnetes Machotum, Muckis oder meinetwegen auch nur ein gescheiter Soundtrack. Also all das, was “Gears of War” so spassig macht. Alles nicht vorhanden. Einzig die Grafik ist gelegentlich auf Okeh-Level. Das war’s dann aber auch schon. Ein Multiplayer, der ansonsten wenig tiefgehende Games rausreißt (Hi, “Call of Duty”!) fehlt gänzlich, heißt: Ist der Abspann erst mal gelaufen, war es das. Was mir in Erinnerung geblieben ist? Wie dämlich das alles war. 3rd-Person-Action der primitivsten Sorte – aber eben nicht bewusst primitiv, sondern vermutlich von Leuten erstellt, die dachten, das wäre echt ein akzeptables Spiel, völlig ohne Selbstironie, ohne Augenzwinkern dem eigenen Charakter gegenüber. Bierernster Wannabe-Sci-Fi. Oh, und Terminatoren, die nach Beschuss durch Standardwaffen draufgehen? C’mon! Sarah C. würde euch die Eier abreißen. Das ist dann noch der letzte schlechte Witz einer Aneinanderreihung von Schiefgelaufenem. Hätte es wenigstens einen fetten Bossfight gegeben, irgendwas Fliegendes, das 30 Minuten beschossen werden muss, ohne Checkpoint, ohne Autoheal, irgendeine Herausforderung! Aber nö. Ach doch, Checkpoints gibt es. Scheiße verteilt und völlig dämlich platziert. Wer hätte es gedacht!

Warum habe ich es dennoch gespielt? Zu zehn Prozent in der Hoffnung, es möge nicht so schlecht sein, wie alle Reviews behaupten. Hat sich nicht bewahrheitet.

Terminator Salvation Achievements

Bleiben die 90 anderen Prozent: Achievement-Hurerei! Es gibt nicht mal ein Dutzend davon und alle bis auf eins erhält man zwangsweise, in dem man das Spiel durchzieht. Gebongt. Bleibt das letzte, das nur erhält, wer sich den Mist auch noch auf höchstem Schwierigkeitsgrad gibt, aber dafür bin ich zu weich oder zu gelangweilt oder beides.

Jahre später bereue ich den Kauf übrigens nicht mehr so arg. Jeder haut mal daneben. Es hat gereicht, um einen Text drüber zu schreiben, immerhin. Ansonsten seien eventuell Interessierte besser beraten, die Kohle in eine Blu-Ray- oder DVD-Luxusausgabe von “Terminator 2″ zu stecken, das ist schließlich noch großes Kino. Mit Minugun! Onelinern! Soundtrack! Das Game dagegen: sorry, no.