the yr in gaming

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Jahresrückblick-Terror, Teil 1: Was dieses Jahr an Games hängengeblieben ist, warum und weshalb auch immer. Fangen wir mit den richtig schlechten Titeln an, danach die Neuanschaffungen, dann die Highlights und zum Ende noch drei Dinge, die alle anderen auf eine gewisse Art überragen und auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben dürfen. Erst mal die Gurken:

- “Shellshock 2″: Möchtegern-Mische aus “Condemned” und “CoD”, langweilig, zu schnell durch, technisch mangelhaft und in keinster Weise unterhaltend. Kurz: Nicht mal gebraucht für zehn Euro oder weniger kaufen.

- “Terminator Salvation”: Genauso unterhaltsam wie der Film - gar nicht. “GoW”-Klon, der nach weniger als fünf Stunden durch ist und sich bestenfalls dazu eignet, das Achievement-Konto zu pimpen. Man merkt, dass der Titel zum Start vom Film fertig werden musste - denn Potential wäre vorhanden gewesen, wurde aber komplett verschenkt. Schade, dabei ist die Lizenz eigentlich recht stark.

So, das waren die beiden einzigen, die wirklich negativ aufgefallen sind. Um zahlreiche andere, die sicher ebenso enttäuscht hätten, wurde ein weiter Bogen gemacht. Kein weiter Bogen konnte darum gemacht werden, dass die 360 nach drei Jahren intensiven Gebrauchs den Geist aufgab. Und der SNES konnte auch nicht liegen gelassen werden. Positiv aufgefallen in Sachen Games sind:

- “GTA 4: The Lost & Damned”: Weil der Soundtrack verdammt cool war, weil Liberty City immer noch verdammt cool ist und weil Rockstar immer noch aktuelle Geschehnisse - in diesem Fall die Wirtschaftskrise - auf wunderbare Weise in ihren Games verarschen. Außerdem war die Story wie immer sehr gut aufgebaut und das Ende zwar vorhersehbar, deshalb aber nicht weniger packend.

- “Geometry Wars Evolved 2″: Wenn vier Leute vor einem TV sitzen und alle versuchen, in einem Spiel mit einem Raumgleiter zwei Runden um ein Quadrat zu drehen, ohne vorher draufzugehen, dann ist das zunächst ne Menge Spaß, zudem eine böse Herausforderung und letztlich unglaublich befreiend, wenn’s denn nach stundenlangen Versuchen, Fluchereien und freundlich gemeinten Anfeindungen endlich klappt und das “Wax off”-Achievement auf dem Screen erscheint.

- “50 Cent: Blood on the Sand” und “Wet”: Einfach weil die beiden so herrlich trashig sind - und das in der positiven Bedeutung des Wortes. Heißt: eine Story, die so bekloppt ist, dass es schon wieder lachhaft rüberkommt, dazu abgedrehte Sprüche / Szenen / Cutscenes / Waffen und viel Style. Ersteres Game punktet durch den Score - wann kann man schonmal zu “P.i.m.p.” mit einer muskelüberbepackten Figur samt schwerem Gerät durch eine Stadt im mittleren Osten rennen und massivst alles kaputt machen? Zweiteres Game punktet mit Grindhouse-Flair von vorne bis hinten (und ist deshalb auch nur in der ungeschnittenen Version zu empfehlen, die deutsche zerstört mit ihren Cuts nämlich leider alle Trademarks dieses Genres), Psychobilly-Sounds und einer Heldin, die jede Feministin begeistern dürfte. Das ist Grrrl-Power, im Gegensatz zu all den Laras und Lulas, die man sonst so der testosteron-überfluteten Masse an pubertierenden Gamern vorsetzt.

- “Trials HD”: Scheisse macht das Spaß. Einfaches Spielprinzip, aber in Sachen Schwierigkeitsgrad stetig ansteigend, bis selbst versierte Motorrad-Gamer irgendwann kurz vor der Verzweiflung stehen. Das allerdings in Nobeloptik. Und dank dem grandiosen Savepoint-System und nicht vorhandenen Ladezeiten fällt der Neuanfang nicht wirlich schwer - Langzeitmotivation ist also garantiert und 1200 Microsoft-Punkte gut angelegt.

- “Battlefield 1943″: Reduced to the max: Drei Klassen, drei Maps, 16 Gegner, unendlich viel Spaß. Bislang war ich für Multiplayer-Games wirklich nicht zugänglich, aber wenn man erst mal mit einigen Freunden loszieht und mit der eigenen Squad die andere dezimiert, bleibt man schnell drauf hängen. Hat im Sommer definitiv einige Zeit gefressen und sollte demnächst mal wieder gespielt werden.

- “Mega Man 9″: Spielen heißt leiden. Manchmal. Und kein Game zeigt das auf eine derart harte Tour wie “Mega Man 9″. Wer das packt, packt vermutlich alles andere im Schlaf. Ich hab es nicht gepackt. Aber neun Level davon. Allein schon das reicht als Erfolgserlebnis. Und motiviert immer und immer wieder dazu, die vier verbleibenden Willy-Stages dann halt doch noch anzugehen. Verdammtes Mistspiel, das muss zu schaffen sein und wenn es 100.000 Mal probiert wird - eine wichtige Lektion übrigens, die Gamer anderen voraus haben. Denn: Klappt’s nicht, versucht man es halt nochmal. Und nochmal. Oder auf eine andere Art. Dranbleiben, hartnäckig sein, nicht aufgeben. Kann man mit “Mega Man 9″ alles sehr gut lernen.

- “Fallout 3″: Hat im Endeffekt nicht so sehr begeistert wie der zweite Teil, aber ist gelungene Unterhaltung. Das Endzeit-Szenario fesselt, hier und da stellen die Gegner ziemliche Herausforderungen dar und die fünf Add-Ons haben sich im Großen und Ganzen (”Operation: Anchorage” ausgenommen) auch gelohnt. Irgendwann wird das sicher nochmal von Neuem angefangen. Bis dahin bleibt es in guter Erinnerung.

- “Arkham Asylum”: Batman-Spiel im Stil der Nolan-Filme. Düster, böse, brutal auch und story-technisch lose an die Vorlage von McKean angelehnt, einen Schuss “Killing Joke” dazu und schon ist das Gefühl, nicht nur eine Spielfigur durch Pixelwelten zu bewegen, sondern selbst Batman zu sein, fast perfekt. Endlich mal wieder ein gelungenes Singleplayer-Game, das über lange Stunden fesselt, nicht abbaut und das hohe Niveau hält und mit einem furiosen Finale punkten kann.

- “Brütal Legend”: Style. Nicht mehr und nicht weniger. Einfach nur Style. So viel Metal, da fallen so viele kleinere Schwächen in Grafik oder Gameplay nicht wirklich ins Gewicht. Das Teil hat einfach gerockt - und “rocken” ist wohl das einzige Wort, um es zu beschreiben. Leider arg kurz, aber gut, man kann ja weiterhin in der Spielwelt verbleiben und noch einiges entdecken. Wunderschöner Adventure-Rollenspiel-Metal-Buttonsmash-Strategie-Mix auf jeden Fall.

Zuletzt drei Dinge, die mehr als nur Spiel oder spielen waren:

- Insane. Wir haben es geschafft. These are the old days. The violent days. Drei Nächte, zwei Typen, ein Ziel. Dazwischen Pizza, Cola in Literflaschen und Horden von Gegnern, die einer nach dem anderen ins Jenseits geschickt wurden. Man muss schon einen Hau weghaben, um das zu probieren. Aber ich erinnere mich an kein unterhaltsameres Spiele-Wochenende dieses Jahr. Oder davor.

- “Modern Warfare 2″: Lange erwartet, dann ob der Lüge von Activision zurecht kritisch beäugt und letztlich doch nur ein Shooter wie der Vorgänger auch. Das ist maximal ausdefiniertes Blockbuster-Entertainment - Nextgen-Optik trifft bis ins letzte Detail durchdachtes Gameplay trifft Bombast-Soundtrack. Auch wenn der Solo-Modus zu schnell durch ist und selbst der Veteran-Mode keine unüberwindbare Herausforderung war - es unterhält, es begeistert, es fesselt irgendwo auch. Spätestens mit den Spec-Ops-Missionen. Die sorgen in diesen Tagen immer noch für Freudenschreie, wenn nach dem zehnten Anlauf die Mission gepackt wird. “MW2″ erfindet das Genre nicht neu, es bringt auch nichts Neues ins Spiel (und bedient sich teilweise schamlos am Vorgänger). Aber es zeigt, wie hoch man die Messlatte setzen kann. Daran wird so schnell nichts vorbeikommen.

- “Shadow of the Colossus”: Vielleicht das schönste Spiel von allen, aller Zeiten und überhaupt? Ich weiß es nicht. Der Eindruck, den es hinterlassen hat, geht jedenfalls weit über herkömmliche Titel hinaus. Ist das noch ein Spiel oder Kunst? Warum fühlt man sich 16 Kolosse lang nur wie eine Marionette, die keinen eigenen Willen besitzt und am Ende dann die Konsequenzen dafür tragen muss, dass sie nie hinterfragt hat, was sie da eigentlich tut? Wieso bleiben so viele Fragen offen, wieso überlässt man die Deutung so vieler Inhalte des Spiels dem Menschen vor dem Bildschirm? “SotC” erklärt nicht, es lässt stattdessen Spielraum für Deutungen. Trotz strikter Vorgaben, was zu tun ist, bleibt unendlich viel Raum für so viele Fragen - das hat selten ein Spiel in dieser Weise geschafft, denn viel zu viele Titel malen ihre Welten in schwarz und weiß und nehmen den Spieler viel zu lange an der Hand, als dass er sich mündig fühlen könnte. Hier dagegen bleibt man verstört zurück, fragend. Auch, nachdem der Abspann über den Screen geflimmert ist. Und mit ihm für kurze Zeit einige Tränen. Selten hat ein Spiel noch während dem spielen derart viele Emotionen ausgelöst - und den Abschied so verdammt schwer gemacht. Es ist auch Wochen danach noch präsent. Und wird es bleiben. “SotC” ist wie kein Titel zuvor und je danach - soviel ist gewiss.

Bis 2010 “The Last Guardian” erscheinen wird, die Hardware-Ansammlung damit um eine PS3 reicher wird und alles vielleicht ganz anders aussieht. Aber das ist eine andere Geschichte…

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2 Kommentare

  1. 2009 war ein verdammt gutes Jahr :) Auch für mich. Und ich denke 2010 wird noch fetter.

  2. so wie’s aussieht, wird’s 2010 schwer, um eine ps3 rumzukommen. würde mir ja am liebsten selbst eine untern baum legen, aber da fehlt irgendwie noch das perfekte bundle. und “demon’s souls” erscheint ist über import auch nicht grade billig. shit.

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